Another Year

Tom (Jim Broadbent) und Gerry (Ruth Sheen) sind echte Gutmenschen. Sie sind ein älteres Ehepaar, haben beide einen guten Job und leben in einem schönen Häuschen in London. Um sie herum schwirren allerdings einige bedauernswerte Gestalten, die immer wieder gerne die Nähe von Tom und Gerry aufsuchen, da sie hier ein Gefühl von Verborgenheit und Liebe erhalten. Da wäre zum Beispiel Mary (Leslie Manville) als Arbeitskollegin von Gerry, die sich für ewig jung hält, immer Pech mit den Männern hat und definitiv zu viel Wein trinkt. Oder Ken (Peter Wright) als übergewichtiger Freund der Familie, dem die Einsamkeit zu schaffen macht.

Another Year wird in vier kleinen Episoden (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) über ein Jahr erzählt. Eigentlich ein Film ohne große Höhen und Tiefen, der zeigt was in einer Familie passiert. Mit 129 Minuten etwas langatmig, allerdings gleichen einige lustige Szenen diese Längen wieder aus.

Deutscher Kinostart: 27. Januar 2011
Regie: Mike Leigh
Schauspieler: Ruth Sheen, Jim Broadbent, Leslie Manville
Länge: 129 Minuten
Für Kinofreunde von: Lügen und Geheimnisse, Julie & Julia

Kino-Trailer:

Black Swan

Nina (Natalie Portman) ist die nette und schüchterne Ballerina, die wirklich hart arbeitet um auch mal eine Chance für eine Hauptrolle zu bekommen. Der neue Regisseur Thomas Leroy (Vincent Cassel) macht Nina zur Primaballerina in Schwanensee. Allerdings muss sie hier in einer Doppelrolle auftreten, denn sie soll den weißen und den schwarzen Schwan verkörpern. Während sie mit ihrer zurückhaltenden Persönlichkeit den weißen Schwan perfekt spielen kann, so hat sie doch Defizite für den düsteren schwarzen Schwan. In der Balletgruppe lernt sie Lily (Mila Kunis) besser kennen, sie ist das genaue Gegenteil und wäre auch eine ideale Besetzung für die Rolle. Nina steigert sich immer mehr in ihre Rollen herein und Realität und Fiktion vermischen sich immer mehr hin zu Besessenheit.

Dieser Thriller ist sicher keine leichte Kost, aber die Bilder (ausgezeichnete Kamera) und die Musik bringen die Stimmungen eindrucksvoll dem Zuschauer nahe. Viele Szenen sind erschreckend, wer bereits von Darren Aronofsky den Film The Wrester gesehen hat, der kann sich jetzt eine gute Vorstellung davon machen. Durch das Publikum ging oft ein Stöhnen und Seufzen und für meine Geschmack waren einige Ausschnitte auch zu brutal dargestellt. Ein sehr zwiespältiger, aber auf jeden Fall ein guter Film für Freunde von Psychothrillern.

Deutscher Kinostart: 20. Januar 2011
Regie: Darren Aronofsky
Schauspieler: Natalie Portman, Vincent Cassel, Mila Kunis
Länge: 110 Minuten
Für Kinofreunde von: Misery, Die Hand an der Wiege

Kino-Trailer:

We Want Sex

Zugegebenermaßen ist der Titel dieses Kinofilmes sehr irreführend, dies wird im Laufe des Filmes allerdings aufgeklärt. Jedoch hätte der Originaltitel mit „“Made in Dagenham““ dem deutschen Kinoschauer auch nicht viel gesagt. Der Kinofilm spielt in England der 60er Jahre. Schauplatz ist besagter Ort Dagenham, wo zu der Zeit eines der größten Ford-Werke steht, wo täglich 3000 Autos vom Band laufen. Dort arbeitet 55.000 Männer und 187 Frauen! Wie es zu der Zeit üblich ist werden diese jedoch viel schlechter bezahlt als die männlichen Kollegen. Das ist zwar heute teilweise auch noch so, aber zumindest ist theoretisch die gleiche Bezahlung von Mann und Frau gesetzlich verankert.

Allerdings wollen die Frauen diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen. Dies führt zum Streik unter der Leitung von Rita (Sally Hawkins). Es ist eine klassische David gegen Goliath Geschichte nach einer wahren Begebenheit. Der Kinofilm wirkt an einigen Stellen zwar etwas schnulzig, aber er ist sehr liebevoll erzählt. Auch das Untermischen von Original-Szenen aus der Zeit unterstreicht die Authentizität diese wirklich sehenswerten Kinofilmes.“

Deutscher Kinostart: 13. Januar 2011
Regie: Nigel Coles
Schauspieler: Sally Hawkins, Bob Hoskins, Miranda Richardson
Länge: 113 Minuten
Für Kinofreunde von: Ganz oder gar nicht, Kalender Girls

Kino-Trailer:

Das Labyrinth der Wörter

Herzlich willkommen in 2011 liebe Kinofreunde. Gérard Depardieu musste vermutlich Ende 2010 noch ein wenig Geld verdienen, denn anders ist es nicht zu erklären, dass er innerhalb von zwei Monaten in drei Kinofilmen zu sehen ist.

Im Labyrinth der Wörter geht es um eine Freundschaft zweier ungleicher Menschen, der „Dorftrottel“ Germain (Gérard Depardieu) und die gebildete Margueritte – mit zwei „t“. Ein schöner Film auch über die Freundschaft zur Literatur, allerdings ist hier das Buch vermutlich die bessere Wahl.

Deutscher Kinostart: 6. Januar 2011
Regie: Jean Becker
Schauspieler: Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus, Jean-Francois Stevenin
Länge: 82 Minuten
Buch zum Film: Das Labyrinth der Wörter
Für Kinofreunde von: Mammuth, Die Eleganz der Madame Michel

Kino-Trailer: