I love you Phillip Morris

Die Vorschau zu diesem Film hatte ich gefühlt schon 50 mal gesehen. Zunächst dachte ich, dass ein Film über ein schwules Pärchen mit dem Schauspieler Jim Carrey (zappelnde Grinsebacke) nichts werden kann, aber da auf der anderen Seite Ewan McGregor spielt, wollte ich dem Film zumindest eine Chance geben.

Der Kinofilm soll auf einer wahren Geschichte beruhen, wo Steven Russell (Jim Carrey) als toller Familienvater nach einem Autounfall plötzlich ein schwules Leben führen will. Doch er merkt, dass sein Lebensstil recht teuer ist und nach einigen Gaunereien landet er im Knast, wo er Phillip (Ewan McGregor) kennenlernt. Die beiden werden zu einem unzertrennlichen Liebespaar.

Anfangs war der Film tatsächlich recht witzig, allerdings wurde er sehr schnell nur noch langweilig und plump. Ich fand es auch nicht wirklich komisch, wenn in einem Film der Selbstmord als alles lösende Mittel verkauft wird. Wenn Ewan McGregor diesen Film nicht mit seiner schauspielerischen Leistung aufgewertet hätte, dann hätte ich dem Film nur einen Kinopunkt gegeben. Es ist jedenfalls verständlich, warum der Film sehr lange gebraucht hat, um überhaupt einen Verleih zu finden.

Deutscher Kinostart: 29. April 2010
Regie: Glenn Ficcara, John Requa
Schauspieler: Jim Carrey, Ewan McGregor
Länge: 102 Minuten
Buch zum Film: I Love You Phillip Morris
Für Kinofreunde von: Vergiss mein nicht, Die Truman Show

Kino-Trailer:

Sin Nombre

Wie in allen Städten oder Ländern gibt es Gangs oder Strukturen die im Untergrund arbeiten. In Mittelamerika gibt ist es die sogenannte Mara Salvatrucha, die große Teile der Gesellschaft mit äußerst brutaler Gewalt in Beschlag genommen hat. Nach Schätzungen sind es über 100.000 Mitglieder, die dank ihrer quasi familiären Geschlossenheit fast unantastbar für Staat und Polizei sind. Auch der Aufnahmeritus zeugt von dieser Brutalität, denn zunächst muss man sich von seinen zukünftigen Gangmitglieder verprügeln lassen und zum Abschluss einen Feind töten.

Im Kinofilm Sin Nombre wird von Casper berichtet, dem seine Liebe wichtiger ist als die Mitgliedschaft. Doch seine Liebste stirbt durch den Bandenboss und Casper begehrt plötzlich gegen diese Welt aus Gewalt auf. Allerdings wird er nun selbst zum Feind der kriminellen Gemeinschaft und begibt sich auf die Flucht in eine neues Leben. Dieser Weg führt aus Centralamerika immer Richtung Norden ins gelobte Land USA. Auf seiner illegalen Flucht auf Zügen lernt er Sayra kennen und es entsteht ein vorsichtige Liebesbeziehung.

Leider neigt der Film sehr zu Längen, aber für sein Spielfilmdebüt hat der Regiesseur Cary Joji Fukunaga ein sehr passables Werk hingelegt.

Deutscher Kinostart: 29. April 2010
Regie: Cary Joji Fukunaga
Schauspieler: Edgar Flores, Paulina Gaitan, Kristyan Ferrer
Länge: 95 Minuten
Buch zum Film: Sin Nombre
Für Kinofreunde von: City of God, Dr. Aleman

Kino-Trailer:

Kampf der Titanen

30 Jahre nach dem Vorgänger Kampf der Titanen mit Sir Laurence Oliver und Ursula Andress wagt sich nun Louis Leterrier (Transporter) an eine Neuverfilmung. Diesmal in 3D mit reichlich Stars, Effekte und Action. Es ist auch tatsächlich ein großes Leinwand-Spektakel entstanden, wobei die Story allerdings etwas dünn erscheint. Ich habe sowieso den Verdacht, dass zur Zeit die 3D-Technik ein wenig von schlechten Umsetzungen der Geschichten ablenkt.

Beim Kampf der Titanen muss Perseus (Sam Worthington bestens bekannt aus Avatar und Terminator 4) gegen die Unterwelt ankämpfen. Dabei spielt der Sohn des Zeus eine wahrlich starke Rolle und die Kampf-Szenen sind wirklich gut und spannend umgestzt. Ich bin persönlich zwar kein Freund von Geschichten der griechischen Mythologie, aber in diesem Kinofilm wird die Götterwelt auf jeden Fall verständlich und interessant dargestellt. 

Deutscher Kinostart: 8. April 2010
Regie: Louis Leterrier
Schauspieler: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes
Länge: 106 Minuten
Für Kinofreunde von: Troja, 300

Kino-Trailer:

Chloe

Liebe, Eifersucht und Verführung ist der Untertitel vom neuen Kinofilm des Regisseurs Atom Egoyan und diese Beschreibung ist wirklich sehr passend. David (Liam Neeson) ein Musikprofessor und seine Frau Cathrine (Julianne Moore) als Ärztin haben eigentlich alles was man sich wünschen kann. Beide sind erfolgreich, wohlhabend und wohnen in einem schönen Haus mit ihrem 17jährigen Sohn Michael. Doch irgendwie passt alles nicht mehr so wirklich und die große Liebe vom Anfang ist auch nicht mehr da. Durch einen Zufall lernt Cathrine die Edelhure Chloe (Amanda Seyfried) kennen und erteilt ihr den Auftrag zu testen, ob ihr Mann David sie betrügen würde. Aus diesem Test heraus entsteht allerdings eine verhängnisvolle Affäre zwischen den beiden Frauen.

Der Film fesselt von Anfang an und Amanda Seyfried verkörpert perfekt den blonden Engel und Teufel in einer Person. Obwohl einige Dinge schon im Voraus klar scheinen, bietet die Story einige Überraschungen und Wendungen.

Deutscher Kinostart: 22. April 2010
Regie: Atom Egoyan
Schauspieler: Amanda Seyfried, Liam Neeson, Julianne Moore
Länge: 96 Minuten
Für Kinofreunde von: Eine Verhängnisvolle Affäre, Tatsächlich Liebe

Kino-Trailer:

Vincent will Meer

Vincent (Florian David Fitz) leidet unter dem sogenannten Tourette-Syndrom, wo der Körper unkontrolliert verbal und motorisch reagiert. Als seine Mutter stirbt, will sein Vater (Heino Ferch) ihn in einem Therapiezentrum einweisen. Dort lernt er Marie (Karoline Herfurth), die an Magersucht leidet, und Alexander seinen Mitbewohner und Zwangsneurotiker kennen. Dieses ungleiche Trio verschwindet eines Nachts mit einem gestohlenen Auto und dem Ziel ans Meer zu fahren. An deren Fersen heftet sich die Kliniktherapeutin Dr. Rose und der Vater von Vincent. Genau an dieser Stelle beginnt ein herrlich überdrehtes Road-Movie unter anderem auch mit schönen Bildern aus den Bergen.

Trotz des schwierigen Themas mit vielen Krankheiten ist hier eine wunderbare Tragikomödie mit viel Humor entstanden. Zusätzlich schafft der Film auf einer spielerischen Art dem Zuschauer die drei unterschiedlichen Krankheitsbilder näher zu bringen.

Deutscher Kinostart: 22. April 2010
Regie: Ralf Huettner
Schauspieler: Florian David Fitz, Karoline Herfurth, Heino Ferch
Länge: 91 Minuten
Für Kinofreunde von: Knockin‘ on Heaven’s Door, Das Beste kommt zum Schluss

Kino-Trailer:

A Single Man

Der Trailer zu dem Film wirkt zunächst verwirrend und auch am Anfang von A Single Man weiss man noch nicht so wirklich, wo dran man ist. Jedoch gelingt es dem bekannten Modedesinger Tom Ford den Roman von Christopher Isherwood in starken Bildern umzusetzen. 

Colin Firth spielt den Literaturprofessor George Falconer an einem College in L.A. im Jahr 1962. Bislang konnte ich mich für Colin Firth nie recht begeistern und ich musste bei ihm immer an Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück denken. Allerdings hat er mich hier sehr positiv überrascht und die Nominierung für den Oscar als bester Hauptdarsteller ist mehr als berechtigt. Der Film erzählt vom möglicherweise letzten Tag von George Falconer, der nach dem Tod seines Lebenspartners Jim mehrere Monate mit dem Verlust und der Trauer kämpfen musste. Die einzige Ansprechpartnerin und Freundin für ihn, ist die trinksüchtige Charley (Julianne Moore), jedoch findet er hier auch keinen Trost.

Sicherlich kein Film, der gute Laune verbreitet, aber die Umsetzung der schwierigen Themen Liebe und Verlust wurde sehr gewaltig und bildreich arrangiert. Übrigens ist es doch immer wieder schön Eindrücke aus den 60er Jahren zu sehen, als der Einkauf von Waffen und Patronen sowie das Rauchen noch normal war.

Deutscher Kinostart: 8. April 2010
Regie: Tom Ford
Schauspieler: Colin Firth, Julianne Moore
Länge: 101 Minuten
Buch zum Film: Der Einzelgänger  
Für Kinofreunde von: Blue Velvet, Brokeback Mountain

Kino-Trailer: