Pippa Lee

Die Kindheit von Pippa Lee (Robin Wright Penn) war nie ganz einfach. Als Tochter einer drogensüchtigen Mutter und einem Pastoren-Vaters flieht sie in jungen Jahren in das freie Leben. Dort ist ihr Dasein erfüllt von „“Sex and Drugs““ und durch die Heirat mit Herb (Alan Arkin) kommt die Rettung. Allerdings steckt Pippa nach 30 Jahren in einer Krise, denn die beiden erwachsenen Kinder sind aus dem Haus oder der Ehemann Herb ist gut 30 Jahre älter. Diese Veränderungen treten noch stärker in Erscheinung als die beiden New York verlassen und in einen ruhigen Vorort ziehen.

Der Kinofilm wechselt in den Erzählebenen immer zwischen Gegenwart und wichtigen Ereignissen aus der Vergangenheit. Dies ist auf jeden Fall sehr interessant und so lernt man das Leben der Pippa Lee immer besser kennen. Mit einem große Staraufgebot bietet der Film die richtige Mischung aus Tragödie und Komödie.

Deutscher Kinostart: 1. Juli 2010
Regie: Rebecca Miller
Schauspieler: Robin Wright Penn, Alan Arkin, Keanu Reeves
Länge: 94 Minuten
Buch zum Film: Pippa Lee
Für Kinofreunde von: Wenn Liebe so einfach wäre, An ihrer Seite

Kino-Trailer:

Easy Virtue

Feine englische Gesellschaft. Es ist die Zeit nach dem ersten Weltkrieg und der junge John Whittaker als gutaussehender Sprössling der englische Oberklasse verbringt seinen Urlaub in Frankreich. Dort verliebt er sich in die lebenslustige Amerikanerin Larita (Jessica Biel) und sie heiraten nach kurzer Zeit. Beide reisen dann auf das Anwesen in England, damit die Familie die neue Braut kennenlernt. Jedoch ist die Familie, insbesondere die Schwiegermutter (starke Rolle für Kristin Scott Thomas), nicht unbedingt mit der Wahl des Sohnes einverstanden. Es beginnt ein intelligentes Spiel aus Intrigen und giftigen Spitzen, vermischt mit viel Humor. Den einzigen Verbündeten hat Larita mit ihrem Schwiegervater (Colin Firth), der es sehr genießt, dass nun in der versteinerten Welt der Familie ein wenig Bewegung kommt.

Ein wirklich toller Film nicht nur für verregnete Sommertage. Übrigens ist diese Komödie nach einem Theaterstück von Noel Coward und Alfred Hitchcock drehte schon 1928 davon einen Stummfilm.

Deutscher Kinostart: 24. Juni 2010
Regie: Stephan Elliott
Schauspieler: Jessica Biel, Colin Firth, Kristin Scott Thomas
Länge: 97 Minuten
Für Kinofreunde von: Stolz und Vorurteil, Match Point

Kino-Trailer:

Mein Name ist Khan

Der Schauspieler Shah Rukh Khan ist in Indien sehr beliebt und soll weltweit die größte Fangemeinde überhaupt haben. Dieser Kinofilm ist eine typische Hollywod/Bollywood-Liebesgeschichte und lässt auch keine Klischees aus. Es geht um eine höchst ungewöhnliche Beziehung zwischen Rizvan Khan und Mandira, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom (Autismus) und ist ein muslimischer Inder und sie ist eine hinduistische Inderin. Trotz dieser Hindernisse führt diese Romanze zur Hochzeit, allerdings währt das Glück nicht lange. Mit den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 hinterlässt die anti-muslimische Stimmung in Amerika auch bei ihnen ihre Spuren.

Dieser Kinofilm beleuchtet fast jedes Vorurteil gegenüber Religionen und Kulturen und wirbt für Verständnis und Toleranz. Es gibt keine schlechten oder guten Religionen, sondern nur gute oder böse Menschen und mit Liebe kann man alles erreichen. Wer Schnulzen mag, der wird diesen Film lieben. Es wird auch in klassischer Bollywood-Machart viel indische Musik gespielt, aber auf die Tanzeinlagen wurde verzichtet.

Deutscher Kinostart: 10. Juni 2010
Regie: Kahan Johar
Schauspieler: Shah Rukh Khan, Kajol Devgan
Länge: 107 Minuten
Für Kinofreunde von: In guten wie in schweren Tagen, Rain Man

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Vergebung

Endlich kommt nach den Buchverfilmungen von Verblendung und Verdammnis der dritte Teil der Stieg Larsson Trilogie ins Kino. Als großer Fan der drei Bücher musste ich natürlich auch die Filme ansehen. Der dritte Teil knüpft nahtlos an den zweiten Teil an und gerade die Anfangsszenen sind nicht für Leute mit schwachen Nerven. Die Umsetzung der Buchvorlage und die Charaktere sind auch in Vergebung wieder gut gelungen. Allerdings muss man in Kauf nehmen, dass im Film wie schon bei den beiden Vorgängern nur Bruchstücke aus dem Buch gezeigt werden. Dies ist auch kein Wunder, denn rund 900 Seiten kann man selbst in zweieinhalb Stunden nicht zeigen.

Trotzdem ist der Kinofilm wirklich sehenswert und als Kenner der Bücher kann man sich die Hintergründe gut erschließen. Vergebung sollte man sich aber nur ansehen, wenn man die anderen beiden Teile im Kino bereits gesehen hat.“

Deutscher Kinostart: 3. Juni 2010
Regie: Daniel Alfredson
Schauspieler: Michael Nyqvist, Noomi Rapace
Länge: 148 Minuten
Buch zum Film: Vergebung
Für Kinofreunde von: Verblendung, Verdammnis

Kino-Trailer:

Marcello Marcello

Eine romantische Liebeskomödie, die in der 50er Jahren auf einer italienischen Insel spielt. In dem verträumten Inseldorf gibt es eine alte Tradition, denn wenn ein Mädchen 18 Jahre alt wird, dann darf ein Junge des Dorfes die Auserwählte zum Rendezvous einladen. Allerdings entscheidet der Vater darüber und zwar aufgrund der Tatsache, welcher Junge dem Vater das schönste Präsent überreicht hat. Meist ist die baldige Hochzeit im Anschluss sicher, das war schon immer so. Der Fischersohn Marcello hat eine gute Idee für ein Geschenk, denn er will sich mit Elena der Tochter des Bürgermeisters treffen. Jedoch ist es nicht so einfach an das Geschenk heranzukommen und so muss Marcello viele Wege gehen und Aufgaben lösen, um an sein Ziel zu kommen.

Obwohl der Film ein paar witzige Szenen hat, kann er in der Gesamtheit leider nicht überzeugen. Für hoffnungslose Romantiker ist es allerdings ein Muss. Denn wo Wasser ist, da ist auch Leben und wo Leben ist, da ist auch Liebe…

Deutscher Kinostart: 10. Juni 2010
Regie: Denis Rabaglia
Schauspieler: Franceesco Mistichelli, Elena Cucci
Länge: 97 Minuten
Buch zum Film: Marcello und der Lauf der Liebe
Für Kinofreunde von: Das Leben ist schön, Der Zauber von Malèna

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Keep Surfing

Ein Film über das Surfen aus München? Wer den Eisbach und die Isar nicht kennt, der wird sich sicher wundern, aber die bayrische Hauptstadt gilt als das Mekka der deutschen Flußsurfer.

In diesem Dokumentarfilm wird die Geschichte einiger Surfer gezeigt, für die das Leben auf der Welle fast wie eine Droge ist. Flußsurfen ist zwar nicht vergleichbar mit Surfen auf dem Meer, aber es hat eine ganz eigene Faszination. Dieser Film ist auch für Nicht-Surfer interessant und zeigt schöne Bilder auf der Welle. Als Münchner kann man sich einfach mal persönlich ein Bild davon verschaffen, indem man den Surfern auf der Brücke an der Prinzregentenstraße zuschaut. Für Kinogänger außerhalb von München wird der Film meiner Meinung nach nicht so interessant sein.

Deutscher Kinostart: 20. Mai 2010
Regie: Björn Richie Lob
Schauspieler: Surfer
Länge: 94 Minuten
Für Kinofreunde von: Am Limit, Riding Giants

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Der fantastische Mr. Fox

Mr. Fox ist ein wirklich liebenswerter Fuchs, der allerdings das Stehlen nicht lassen kann. Nachdem er seiner Frau das Versprechen gab nach der Geburt des Sohnes die Gaunereien zu lassen, verfällt er wieder seinem wilden Treiben. Allerdings legt es sich diesmal mit den Großbauern Bean, Boggis und Bounce an und diese wollen nun Rache. Dabei geht es aber auch den anderen Tieren aus der Umgebung an den Kragen. Mr. Fox muss nun ein Schlaufuchs sein und nicht nur seinen entführten Neffen retten, sondern alle Tiere.

Dem Regisseur Wes Anderson (Die Royal Tenenbaums) ist es wirklich gelungen die Geschichte von Roald Dahl (Charlie und die Schokoladenfabrik) in tollen Bildern umzusetzen. Dieser in Stop-Motion gedrehte Animationsfilm überzeugt durch liebevolle Tiere und Ideen und ist frei von Computeranimationen. Viele lustige Sprüche runden diesen Kinofilm ab, der wirklich sehenswert für jung und alt ist.

Deutscher Kinostart: 13. Mai 2010
Regie: Wes Anderson
Schauspieler: Stofftiere
Länge: 87 Minuten
Buch zum Film: Der fantastische Mr. Fox
Für Kinofreunde von: Wallace & Gromit, Chicken Run

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David wants to fly

David Sieveking ist in einer Sinn- und Schaffenskrise. Am liebsten möchte er Filme wie sein großes Vorbild David Lynch machen. Durch Zufall entdeckt er, dass David Lynch zu einer Konferenz zur Transzendentalen Meditation (TM) einlädt und kurz entschlossen fliegt er deshalb in die USA. David ist von den Lehren der Transzendentalen Meditation sehr angetan, die auf den berühmten Guru Maharishi Mahesh Yogi zurückgehen. Dabei handelt es sich offensichtlich weder um eine Religion, noch um eine Sekte. In Deutschland zurück kauft er sich für knapp 3000 Euro sein persönliches Mantra und beginnt zu Meditieren. Allerdings bekommt er mehr und mehr Zweifel als er tiefer in die Organisation TM eintaucht. Als er anfängt kritische Frage zu stellen, wendet sich TM auch gegen ihn und erteilt im Drehverbote bzw. will den Film stoppen. Doch das spornt David noch mehr an und er spricht mit Aussteigern von TM und geht zurück zu den Ursprüngen von Maharishi Mahesh Yogi.

Mit dieser Dokumentation ist David Sieveking ein äußerst interessanter und unterhaltsamer Film gelungen. Durch seine umfangreichen Recherchen weltweit ergibt sich für den Zuschauer ein umfassendes Bild über TM und dem enormen Geldfluss dieser Organisation. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, das der Filmemacher zu naiv an das ganze Thema herangeht, doch im Laufe des Films hat sich diese Bild glücklicherweise geändert. Ich kann diesen Film wirklich empfehlen.

Deutscher Kinostart: 6. Mai 2010
Regie: David Sieveking
Mitwirkende: David Sieveking, David Lynch
Länge: 95 Minuten
Für Kinofreunde von: Blue Velvet, Eine unbequeme Wahrheit

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I love you Phillip Morris

Die Vorschau zu diesem Film hatte ich gefühlt schon 50 mal gesehen. Zunächst dachte ich, dass ein Film über ein schwules Pärchen mit dem Schauspieler Jim Carrey (zappelnde Grinsebacke) nichts werden kann, aber da auf der anderen Seite Ewan McGregor spielt, wollte ich dem Film zumindest eine Chance geben.

Der Kinofilm soll auf einer wahren Geschichte beruhen, wo Steven Russell (Jim Carrey) als toller Familienvater nach einem Autounfall plötzlich ein schwules Leben führen will. Doch er merkt, dass sein Lebensstil recht teuer ist und nach einigen Gaunereien landet er im Knast, wo er Phillip (Ewan McGregor) kennenlernt. Die beiden werden zu einem unzertrennlichen Liebespaar.

Anfangs war der Film tatsächlich recht witzig, allerdings wurde er sehr schnell nur noch langweilig und plump. Ich fand es auch nicht wirklich komisch, wenn in einem Film der Selbstmord als alles lösende Mittel verkauft wird. Wenn Ewan McGregor diesen Film nicht mit seiner schauspielerischen Leistung aufgewertet hätte, dann hätte ich dem Film nur einen Kinopunkt gegeben. Es ist jedenfalls verständlich, warum der Film sehr lange gebraucht hat, um überhaupt einen Verleih zu finden.

Deutscher Kinostart: 29. April 2010
Regie: Glenn Ficcara, John Requa
Schauspieler: Jim Carrey, Ewan McGregor
Länge: 102 Minuten
Buch zum Film: I Love You Phillip Morris
Für Kinofreunde von: Vergiss mein nicht, Die Truman Show

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Sin Nombre

Wie in allen Städten oder Ländern gibt es Gangs oder Strukturen die im Untergrund arbeiten. In Mittelamerika gibt ist es die sogenannte Mara Salvatrucha, die große Teile der Gesellschaft mit äußerst brutaler Gewalt in Beschlag genommen hat. Nach Schätzungen sind es über 100.000 Mitglieder, die dank ihrer quasi familiären Geschlossenheit fast unantastbar für Staat und Polizei sind. Auch der Aufnahmeritus zeugt von dieser Brutalität, denn zunächst muss man sich von seinen zukünftigen Gangmitglieder verprügeln lassen und zum Abschluss einen Feind töten.

Im Kinofilm Sin Nombre wird von Casper berichtet, dem seine Liebe wichtiger ist als die Mitgliedschaft. Doch seine Liebste stirbt durch den Bandenboss und Casper begehrt plötzlich gegen diese Welt aus Gewalt auf. Allerdings wird er nun selbst zum Feind der kriminellen Gemeinschaft und begibt sich auf die Flucht in eine neues Leben. Dieser Weg führt aus Centralamerika immer Richtung Norden ins gelobte Land USA. Auf seiner illegalen Flucht auf Zügen lernt er Sayra kennen und es entsteht ein vorsichtige Liebesbeziehung.

Leider neigt der Film sehr zu Längen, aber für sein Spielfilmdebüt hat der Regiesseur Cary Joji Fukunaga ein sehr passables Werk hingelegt.

Deutscher Kinostart: 29. April 2010
Regie: Cary Joji Fukunaga
Schauspieler: Edgar Flores, Paulina Gaitan, Kristyan Ferrer
Länge: 95 Minuten
Buch zum Film: Sin Nombre
Für Kinofreunde von: City of God, Dr. Aleman

Kino-Trailer: