We Want Sex

Zugegebenermaßen ist der Titel dieses Kinofilmes sehr irreführend, dies wird im Laufe des Filmes allerdings aufgeklärt. Jedoch hätte der Originaltitel mit „“Made in Dagenham““ dem deutschen Kinoschauer auch nicht viel gesagt. Der Kinofilm spielt in England der 60er Jahre. Schauplatz ist besagter Ort Dagenham, wo zu der Zeit eines der größten Ford-Werke steht, wo täglich 3000 Autos vom Band laufen. Dort arbeitet 55.000 Männer und 187 Frauen! Wie es zu der Zeit üblich ist werden diese jedoch viel schlechter bezahlt als die männlichen Kollegen. Das ist zwar heute teilweise auch noch so, aber zumindest ist theoretisch die gleiche Bezahlung von Mann und Frau gesetzlich verankert.

Allerdings wollen die Frauen diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen. Dies führt zum Streik unter der Leitung von Rita (Sally Hawkins). Es ist eine klassische David gegen Goliath Geschichte nach einer wahren Begebenheit. Der Kinofilm wirkt an einigen Stellen zwar etwas schnulzig, aber er ist sehr liebevoll erzählt. Auch das Untermischen von Original-Szenen aus der Zeit unterstreicht die Authentizität diese wirklich sehenswerten Kinofilmes.“

Deutscher Kinostart: 13. Januar 2011
Regie: Nigel Coles
Schauspieler: Sally Hawkins, Bob Hoskins, Miranda Richardson
Länge: 113 Minuten
Für Kinofreunde von: Ganz oder gar nicht, Kalender Girls

Kino-Trailer:

Das Labyrinth der Wörter

Herzlich willkommen in 2011 liebe Kinofreunde. Gérard Depardieu musste vermutlich Ende 2010 noch ein wenig Geld verdienen, denn anders ist es nicht zu erklären, dass er innerhalb von zwei Monaten in drei Kinofilmen zu sehen ist.

Im Labyrinth der Wörter geht es um eine Freundschaft zweier ungleicher Menschen, der „Dorftrottel“ Germain (Gérard Depardieu) und die gebildete Margueritte – mit zwei „t“. Ein schöner Film auch über die Freundschaft zur Literatur, allerdings ist hier das Buch vermutlich die bessere Wahl.

Deutscher Kinostart: 6. Januar 2011
Regie: Jean Becker
Schauspieler: Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus, Jean-Francois Stevenin
Länge: 82 Minuten
Buch zum Film: Das Labyrinth der Wörter
Für Kinofreunde von: Mammuth, Die Eleganz der Madame Michel

Kino-Trailer:

Drei

Hanna und Simon sind ein Paar um die 40, seit 20 Jahren zusammen und die Liebe ist auf Sparflamme. Eigentlich haben Sie alles was man sich wünschen kann, doch Hannah lernt bei der Arbeit einen Mann kennen und Simon lernt beim Schwimmen nicht nur einen Mann kennen, sondern entdeckt auch, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Aus diesen Seitensprüngen entsteht allerdings auch starke Zuneigung und Liebe. Die ganze Sache wird dadurch kompliziert, dass sich Hanna und Simon ausgerechnet in den gleichen Mann verliebt haben. Letztendlich läuft dies auf eine Dreiecksbeziehung hinaus.

Dieser Film ist leider recht langweilig erzählt, zeigt viel nackte Haut und bringt kaum Emotionen herüber. Die Handlung ist mehr als flüssig, nämlich überflüssig.

Deutscher Kinostart: 23. Dezember 2010
Regie: Tom Tykwers
Schauspieler: Sophie Rois, Sebastian Schipper, Devid Striesow
Länge: 119 Minuten
Für Kinofreunde von: Elementarteilchen, Nackt

Kino-Trailer:

Ein Mann von Welt

Mit fast zwei Wochen Verspätung komme ich nun doch noch dazu, ein wenig zu dieser schwarzem Komödie aus Norwegen zu schreiben. Nach 12 Jahren kommt Ulrik aus dem Gefängnis heraus und ist zunächst froh, dass sich sein ehemaliger Gangsterboss Jensen um ihn kümmert. Dieser drängt ihn jedoch zur Rache an den Menschen, der Ulrik damals in den Knast gebracht hat. Allerdings möchte Ulrik eigentlich nur normal leben, eine Arbeit annehmen und Kontakt mit seinem Sohn aufnehmen. Dieses gestaltet sich jedoch alles nicht so einfach wie geplant.

Eine Komödie aus dem hohen Norden mit kühlen und derben Humor, leider ein wenig langweilig.

Deutscher Kinostart: 9. Dezember 2010
Regie: Hans Petter Moland
Schauspieler: Stellan Skarsgard, Bjorn Floberg, Gard B. Eidsvold
Länge: 107 Minuten
Für Kinofreunde von: Eldorado, Louise Hires a Contract Killer

Kino-Trailer:

Ich sehe den Mann deiner Träume

Endlich mal wieder ein Film von Woody Allen. Vorneweg gleich meine persönliche Bewertung, es ist ein netter Kinofilm, aber auf der Woody Allen-Skala würde der Film eher im unteren Drittel zu finden sein. Nun gut, dass ist allerdings auch das Problem, wenn man über Jahrzehnte sehr gute Filme produziert, dann wird die Messlatte immer höher gesetzt.

Zum Film gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen, Es sind die Verwirrungen und Irrungen von Menschen aus der der Großstadt London, die sich zu viele Gedanken über ihr Leben, ihre Liebe oder den Tod machen. Also typische Charakteren wie sie Mr. Allen liebt.

Deutscher Kinostart: 2. Dezember 2010
Regie: Woody Allen
Schauspieler: Anthony Hopkins, Naomi Watts, Antonio Banderas
Länge: 98 Minuten
Für Kinofreunde von: Match Point, Whatever Works

Kino-Trailer:

Ein gutes Herz

Jacques ist Barbesitzer in New York und ein Kotzbrocken allererster Güte. Als er nach seinem fünften Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird lernt er Lucas kennen. Dieser ist obdachlos und nach einem Selbstmordversuch in die Klinik gekommen. Auf jeden Fall ist er das genaue Gegenteil, denn er ist nett zu Menschen, wortkarg und sehr gutmütig. Nachdem Jaques erfährt, dass er wahrscheinlich ohne Spenderherz nicht mehr lange zu leben hat, nimmt er den jungen Lucas unter seine Fittiche, denn er sucht einen Nachfolger für seine Kneipe. Allerdings ist die Einarbeitung nicht so einfach, denn Jacques hat zwei feste Grundsätze für seine Bar: Keine Frauen und keine Freundlichkeiten! Allerdings ist Lucas von Herzen aus nett zu allen Menschen und als er eines Tages auch noch eine junge Frau aufnimmt, kommt es natürlich zum großen Streit.

Der Film ist eigentlich eher traurig, aber er strotzt auch mit herrlich, derbem Humor. Da wahrscheinlich eh nicht viele Leute diesen Kinoblog lesen und in den Film gehen, will ich schon jetzt das Fazit verraten. Nette Menschen werden überfahren und böse Menschen kommen überall hin (ich sage nur langer weißer Sandstrand).

Deutscher Kinostart: 25. November 2010
Regie: Dagur Kári
Schauspieler: Brian Cox, Paul Dano, Isild Le Besco
Länge: 92 Minuten
Für Kinofreunde von: Dark Horse, Kitchen Stories

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Somewhere

Johnny Marco (Stephan Dorff) ist ein Hollywood-Star und hat alles, wovon der normale Mensch nur träumen kann. Er lebt in einem Hotel, fährt mit seinem schwarzen Ferrari durch die Gegend, kann sich alles leisten und genießt seinen Starruhm. Diesen Ruhm nutzt er auch aus und die schönsten Frauen buhlen um ihn. Doch hinter dieser Fassade steckt ein einsamer Mensch und dies kommt mal wieder zum Vorschein als er sich paar Tage um seine 11jährige Tochter kümmern muss, die sonst bei der geschiedenen Mutter lebt. Durch Cleo (Elle Fanning) hinterfragt er wieder sein Leben und wird von Selbstzweifel geplagt.

Dies ist leider mal wieder so ein Film nach dem Motto: Ich bin ein Star, ich habe alles, aber eigentlich geht es mir ja so schlecht und bemitleidet mich bitte. Na ja, vermutlich arbeitet hier Frau Coppola ihre eigene Kindheit auf, aber für das Kinopublikum ist der Film eher eine langweilige Zumutung. Eigentlich sind nur die beiden tanzenden Zwillinge in diesem Kinofilm sehenswert.

Deutscher Kinostart: 11. November 2010
Regie: Sofia Coppola
Schauspieler: Stephan Dorff, Elle Fanning, Benicio Del Toro
Länge: 98 Minuten
Für Kinofreunde von: Lost in translation, Broken Flowers

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The kids are all right

Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore) sind ein scheinbar perfektes Paar. Sie haben zwei Kinder im Alter von 15 und 18 Jahren und diese wurden durch künstliche Befruchtung gezeugt. Eines Tages will der 15jährige Laser (Josh Hutcherson) seinen biologischen Vater kennen lernen. Gemeinsam mit der Schwester kommt es zu einem ersten Treffen mit Paul (Mark Ruffalo). Nun lernt Paul die ganze Familie kennen und dies sorgt für Wirrungen und Irrungen bei allen Beteiligten.

Ein schöner Film mit einigen doch sehr lustigen Abschnitten, obwohl der Film einen durchaus ernsten Hintergrund hat. Die Schauspieler überzeugen auf breiter Front und für mich sollte ein Schauspieler den Oscar für den besten Nebendarsteller erhalten. Ich sage nur: Es ist der Gärtner 🙂

Deutscher Kinostart: 18. November 2010
Regie: Lisa Cholodenko
Schauspieler: Annette Bening, Julianne Moore, Mark Ruffalo
Länge: 106 Minuten
Für Kinofreunde von: A single man, Wenn Liebe so einfach wäre

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Die kommenden Tage

Endzeitstimmung in Deutschland! Wir schreiben das Jahr 2020, der dritte Irakkrieg ist in vollem Gange und Migranten strömen in die Festung Europa. Der Kinofilm startet mit einem Rückblick vor 8 Jahren und beschreibt das Leben der beiden Schwestern Laura (Bernadette Heerwagen) und Cecilia (Johanna Wokalek), die beide ganz unterschiedliche Lebenswege einschlagen. Während Laura sich nichts mehr als ein Kind wünscht, so widmet sich Cecilia dem Terrorismus. Auf wirklich spannende und kurzweilige Weise wird eine ganz interessante Endzeitvision gezeigt.

Neben den beiden oben genannten Schauspielerinnen, zeigen auch Daniel Brühl und August Diehl wieder starke Leistungen. Nicht zu vergessen ist natürlich Jürgen Vogel, der auch in einer Kurzrolle in Erscheinung tritt. Eine wirklich sehenswerter Film für das Kino mit tollen, aber teilweise auch erschreckenden Szenen.

Deutscher Kinostart: 4. November 2010
Regie: Lars Kraume
Schauspieler: Bernadette Heerwagen, Daniel Brühl, August Diehl
Länge: 129 Minuten
Für Kinofreunde von: Die fetten Jahre sind vorbei, Die Welle

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Banksy – Exit through the gift shop

Thierry Gutta ist ein liebenswerter Familienmensch und er filmt den ganzen Tag aus Leidenschaft. Dabei verfolgt er kein Ziel sondern macht es einfach aus Spaß. Im Jahre 1999 lernt er bei seinem Besuch in Frankreich einige Streetart-Künstler kennen und filmt diese auch. Jetzt ist das Filmen für ihn eine Sucht und er liebt es mit den Straßenkünstlern in der Nacht loszuziehen. Zurück in L.A. macht er weiter und kennt dadurch immer mehr Größen der Streetart-Szene. Sein großes Ziel ist den Größten unter ihnen kennenzulernen: Bansky! Dieser tritt nur unter diesen Pseudonym auf und man kann ich nicht finden. Durch einen Zufall ist es irgendwann soweit und die beiden finden zueinander. Jetzt ziehen beide gemeinsam los, um die Kunst von Bansky zu verbreiten. Irgendwann soll Thierry einen Film aus seinem Rohmaterial erstellen, doch das Ergebnis ist so grottenschlecht, dass Banksy ihm den Rat gibt selbst als Künstler aufzutreten.

Besessen von dieser Idee investiert Thierry (der sich nun Mr. Brainwash nennt) seine ganze Energie, Zeit und Geld für das Projekt. Er schafft es auch tatsächlich innerhalb von 6 Monaten eine beachtliche Ausstellung zu eröffnen und wird plötzlich zum Star in der Kunstszene.

Bei diesem wirklich gut gemachten Dokumentarfilm weiß man oft nicht was Wahrheit oder Fiktion ist und das macht die ganze Geschichte zusätzlich interessant. Zumindest wird die Kunstform Streetart hier auf unterhaltsame Weise dem Publikum präsentiert. Zwar halte ich die meisten Werke auf der Straße für Schmierereien, aber manchmal ist doch eine Perle dazwischen.

Deutscher Kinostart: 21. Oktober 2010
Regie: Banksy
Schauspieler: Banksy, Thierry Guetta, Space Invader
Länge: 86 Minuten
Für Kinofreunde von: Wholetrain, Berlin Calling

Kino-Trailer: