Nader und Simin – Eine Trennung

Eigentlich wollte ich zunächst gar nicht über den Film schreiben, jedoch möchte ich auch keinen Film in diesem Blog auslassen. Der Kinofilm handelt um eine iranische Ehe, eine anschließende Trennung und die daraus resultierenden und dramatischen Folgen.

Ein langweiliger und unnötiger Film, der uns in Gesellschaftsstrukturen und Denkweisen des Mittelalters entführt. Keine Ahnung warum es bei der Berlinale einige Auszeichnungen und Publikumsbeifall gab. Doch ich vermutet, dass das Publikum freudig geklatscht hat, weil der Film endlich vorbei war.

Deutscher Kinostart: 14. Juli 2011
Regie: Asghar Farhadi
Schauspieler: Leila Hatami, Peyman Moadi
Länge: 123 Minuten
Für Kinofreunde von: Der Kreis, Reise nach Kandahar

Kino-Trailer:

Alles koscher!

Mahmud Nassir lebt in London, ist pakistanischer Abstammung, aber er nimmt es dem Islam nicht so streng. Jedoch will sein Sohn die Stieftochter eines Hasspredigers heiraten und daher muss er sich als echter Moslem beweisen. Zu allem Überfluss erfährt er, dass er als Baby adoptiert wurde und eigentlich Solly Shimshillewitz heißt, also ein waschechter Jude ist. Dieses führt natürlich zu verrückten Irrungen und Wirrungen mit viel Witz.

Der Film ist so schlecht, dass er schon wieder gut! Na ja, dies ist vielleicht auch ein wenig übertrieben, aber dieser Kinofilm lebt natürlich alle Vorurteile und Klischees von Moslems und Juden aus. Allerdings wird dies mit einer echten Freundlichkeit und Herzenswärme gemacht, was sicher auch an dem sympathischen Hauptdarsteller liegt.

Deutscher Kinostart: 30. Juni 2011
Regie: Josh Appignanesi
Schauspieler: Omid Djalili, Richard Schiff, Archie Panjabi
Länge: 105 Minuten
Für Kinofreunde von: Alles auf Zucker!, Whisky mit Wodka

Kino-Trailer:

Mr. Nice

Dieser Kinofilm ist nach dem autobiografischen Bestseller von Howard Marks entstanden. Es ist die fast schon klassische Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Drogendealers. Marks hat nach Schätzungen der amerikanischen Drogenpolizei DEA in den 70er und 80er Jahren für mindestens 10% des Welthandels mit Hasch gesorgt. Er hat mit der IRA zusammen gearbeitet, war beim englischen Geheimdienst als MI6-Agent eingesetzt, dealte mit der Mafia und dem CIA. Seine Kaltschnäuzigkeit und eine Portion Glück haben ihn lange Zeit vorm Knast bewahrt. Allerdings wurde Marks zum Schluss in Spanien verhaftet, an die USA ausgeliefert und zu 25 Jahren Gefängnis im Hochsicherheitstrakt verurteilt. Im Jahre 1995 wurde er als freier Mann nach England abgeschoben. Dort schrieb er sein Leben als Buch auf und wurde zum Kultstar.

In diesem humorvollen Film wird das Leben von Howard Marks gezeigt, welches zum Teil groteske Züge hat.

Deutscher Kinostart: 23. Juni 2011
Regie: Bernard Rose
Schauspieler: Rhys Ifans, Chloe Sevigny, Omid Djalili
Länge: 121 Minuten
Buch zum Film: Mr Nice: Autobiographie
Für Kinofreunde von: Blow, Bube, Dame, König, grAS

Kino-Trailer:

Der Mann der über Autos sprang

Ein Roadmovie der speziellen Art aus Deutschland. Julian (Robert Stadlober) flüchtet aus einer Nervenklinik in Berlin. Er macht sich zu Fuß auf den Weg nach Tuttlingen zum kranken Vater eines Freundes. Warum er in der Klinik war und er die weite Strecke nicht per Auto oder Zug zurücklegt ist zunächst unklar. Bei seiner Wanderung trifft er auf die Ärztin Ju (Jessica Schwarz), die sich der Wanderung anschließt. Auch Jan (Martin Feifel) ein Polizist aus Berlin heftet sich den beiden an die Fersen, allerdings mit dem Auto, denn er hat die Aufgabe Jan wieder in die Klinik zu bringen.

Eine langsame und ruhige Geschichte, die viele Fragen offen lässt. Schöne Bilder aus Deutschland und lustige Wendungen machen diesen Kinofilm zu einem besonderen Ereignis.

Deutscher Kinostart: 2. Juni 2011
Regie: Nick Baker-Monteys
Schauspieler: Robert Stadlober, Jessica Schwarz, Martin Feifel
Länge: 105 Minuten
Für Kinofreunde von: Die Zeit, die man Leben nennt, Sommersturm

Kino-Trailer:

Joschka und Herr Fischer

Zugegebener weise fängt der Film sehr träge an. Joschka Fischer erzählt zunächst von seiner Kindheit als Vertriebener der Nachkriegsgeneration. Dies ist jedoch wichtig für das Gesamtbild einer wirklich außergewöhnlichen Biografie, die hier der Regisseur Pepe Danquardt filmisch umgesetzt hat. Nebenbei ist es auch eine interessante Zeitreise durch die Geschichte der Bundesrepublik.

Alles in allem eine gelungene Dokumentation eines ehemaligen Aktivisten und Politikers. Jedoch entstehen durch die besonnene und ruhige Sprechweise gerade zum Ende gewisse Längen.

Deutscher Kinostart: 19. Mai 2011
Regie: Pepe Danquardt
Schauspieler: Joschka Fischer
Länge: 140 Minuten
Für Kinofreunde von: Black Box BRD, Die bleierne Zeit

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Barfuss auf Nacktschnecken

Es geht um ein scheinbar ungleiches Schwesternpaar. Clara (Diane Kruger) hat Jura studiert und wohnt mit ihrem Mann in Paris. Lily (Ludivine Sagnier) ist irgendwie nicht ganz richtig im Kopf und wohnt mit der Mutter auf dem Land. Nach dem plötzlichen Tod der Mutter zieht Clara zunächst zu ihrer Schwester, um sich um sie zu kümmern. Trotz vieler Streitigkeiten verbindet die beiden ein starkes Band. Clara nutzt die Gelegenheit, um über ihr bisheriges Leben nachzudenken.

Ein Film mit tiefen Gefühlen und einem starken Hang zur Natur. Am Anfang ist der Handlung etwas anstrengend, aber man wird mit zum Schluss mit einem mal ganz anderen Happy End beglückt.

Deutscher Kinostart: 5. Mai 2011
Regie: Fabienne Berthaud
Schauspieler: Diane Kruger, Ludivine Sagnier, Denis Ménchot
Länge: 103 Minuten
Für Kinofreunde von: Die zweigeteilte Frau, Swimming Pool

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Polnische Ostern

Mal wieder eine Komödie mit Henry Hübchen! Diesmal spielt er Werner Grabosch, der sich um seine Enkelin Mathilda kümmert, da die Mutter plötzlich gestorben ist. Allerdings kommt aus Polen der leibliche Vater vorbei, um seine Tochter mit nach Hause zu nehmen. Dies passt Werner jedoch gar nicht und wenig später macht er sich auf dem Weg nach Polen, um sich ein Bild von der Lebenssituation vor Ort zu machen. Seine Vorurteile gegen (die) Polen werden sogar noch bestätigt und er versucht alles, um Mathilda wieder nach Deutschland zu holen. Allerdings macht er eher alles noch schlimmer und seine Enkelin kommt zunächst ins Heim. Aber natürlich hat auch dieser Kinofilm ein Happy End und nach einigen Wirrungen ist alles wieder okay.

Es handelt sich um eine typische Fernsehproduktion ohne große Höhen und Tiefen. Nett anzuschauen, aber mehr auch nicht.

Deutscher Kinostart: 12. Mai 2011
Regie: Jakob Ziemnicki
Schauspieler: Henry Hübchen, Paraschiva Dragus, Adrian Topol
Länge: 94 Minuten
Für Kinofreunde von: Alles auf Zucker, Whisky mit Wodka

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Four Lions

Es geht um eine kleine Terrorzelle im englischen Sheffield. Eine Handvoll islamistischer Terroristen bereiten einen großen Bombenanschlag vor. Dabei zeigt sich allerdings, dass es sich um eine Bande von Dummköpfen handelt, die nur in Streit verfallen und nicht vorwärts kommen. Selbst bei einem Training in Pakistan werden zwei Teilnehmer frühzeitig nach Hause geschickt.

Der Humor ist sehr schwarz und teilweise recht derb. Im Vorfeld des Filmes haben sich auch viele die Frage gestellt, ob man eine Satire über Terroristen drehen darf. Na ja, ich denke es geht schon, aber wenn wie in diesem Film noch unschuldige Menschen mit in den Tod gerissen werden, dann ist der Bogen einfach überspannt.

Deutscher Kinostart: 21. April 2011
Regie: Chris Morris
Schauspieler: Kayvan Novak, Riz Ahmed, Nigel Lindsay
Länge: 97 Minuten
Für Kinofreunde von: Inglourious Basterds, Kick-Ass

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Der Name der Leute

Bahia ist jung, flippig und eine ganz seltsame politische Aktivistin. Sie ist sehr linksorientiert und will Rechte bekehren. Dies macht sie ganz unkonventionell mit Sex und hat auch Erfolg damit. Eines Tages lernt sie Arthur kennen, der so ganz anders ist als sie. Er ist sehr ruhig und zurückhaltend, außerdem ist er auch nicht rechts, sondern eher ein Sozialist. Allerdings hat Bahia hier das Gefühl, dass sie verliebt ist. Jedoch ist die Beziehung sehr schwierig aufgrund der ganz unterschiedlichen Lebensansichten.

Ein lustiger französischer Film der durch viel Situationskomik lebt. Außerdem werden hier dezent Witze über Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit gemacht, ohne dass es peinlich wirkt.

Deutscher Kinostart: 14. April 2011
Regie: Michel Leclerc
Schauspieler: Jacques Gamblin, Sara Forestier, Carole Franck
Länge: 104 Minuten
Für Kinofreunde von: Der kleine Nick, Micmacs

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Willkommen bei den Rileys

Doug und Lois sind schon seit knapp 30 Jahren verheiratet. Alles ist im Trott und seit dem Unfalltod der Tochter vor acht Jahren ist die Freude aus dem Leben verschwunden. Selbst der Grabstein mit den eigenen Namen ist schon gekauft. Als Doug bei einem Kongress in New Orleans die junge Stripperin Mallory kennenlernt, will er Versäumtes nachholen. Er beschließt ihr väterlicher Freund zu werden und möchte Mallory helfen, um aus dem Sumpf der Prostitution zu entkommen. Dies ist natürlich nicht so einfach wie erhofft. Als dann noch Lois hinzukommt entwickelt sich eine interessante Dreiecksbeziehung (ohne sexuellen Hintergrund).

Eine traurige und schön erzählte Geschichte über Hoffnungslosigkeit und Sehnsüchte.

Deutscher Kinostart: 7. April 2011
Regie: Jake Scott
Schauspieler: James Gandolfini, Kirstin Stewart, Melissa Leo
Länge: 110 Minuten
Für Kinofreunde von: Das gelbe Segel, Fish Tank

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