Wer weiß, wohin?

Irgendwo in einem kleinen Dorf im Libanon. Christen und Muslime leben mehr oder minder friedlich zusammen, weil die Dorfbewohner nichts von den religiösen Spannungen in der Welt mitbekommen. Allerdings sickern mehr und mehr Informationen durch und mit dem Frieden im Dorf ist es nun vorbei. Jedoch versuchen die Frauen dies mit allen möglichen Tricks zu verhindern.

Ein typischer Sneak-Film. Man vermutet zuerst das Schlimmste, aber man wird dann doch positiv überrascht. Leider war dies die letzte Sneak Preview im Atlantis-Kino, denn dieses Kino hat am 25. März 2012 die allerletzte Vorstellung. Damit schließt ein Münchener Traditionskino nach 56 Jahren. Wirklich schade, doch glücklicher Weise geht die Sneak im City-Kino weiter.

Deutscher Kinostart: 22. März 2012
Regie: Nadine Labaki
Schauspieler: Layla Hakim, Nadine Labaki, Yvonne Maalouf
Länge: 100 Minuten
Für Kinofreunde von: Caramel, Geh und lebe

Kino-Trailer:

Take Shelter

Curtis ist der Familienvater einer ganz durchschnittlichen amerikanischen Familie, er hat eine liebe Frau, eine kleine Tochter und einen guten Job. Allerdings wird er mehr und mehr von Albträumen geplagt und Curtis glaubt, dass es bald einen großen Sturm geben wird. Seine Grenze zwischen Fiktion und Realität verwischt immer mehr. Seine Mutter wurde auch wegen paranoider Schizophrenie eingewiesen und Curtis fürchtet ein ähnliches Schicksal.

Bei diesem Film merkt man frühzeitig, dass er auf ein nicht gutes Ende zu läuft. Das macht den Kinofilm auf der einen Seite vorhersehbar, aber auf der anderen Seite auch spannend. Sicherlich kein Film für zarte Gemüter.

Deutscher Kinostart: 22. März 2012
Regie: Jeff Nichols
Schauspieler: Michael Shannon, Jessica Chastain, Kathy Baker
Länge: 120 Minuten
Für Kinofreunde von: Winterschläfer, In einer besseren Welt

Kino-Trailer:

Barbara

Deutschland im Osten vor der Wende. Barbara ist Ärztin und stellt einen Ausreiseantrag. Dieser wird abgelehnt und sie wird von Berlin in die Provinz versetzt. Sie muss sich hier der Schikane der Stasi unterziehen und kann kein Vertrauen mehr zu Nachbarn und Kollegen aufbauen. Nur die Vorstellung der Flucht mit Hilfe eines Freundes aus dem Westen lässt sie nach vorne blicken.

Düstere Bilder aus dem Arbeiter und Bauernstaat. Wer hiernach Nostalgie hegt, der hat die ganze Unterdrückung und Unfreiheit wohl schon wieder vergessen. Eindrucksvoller Film, aber leider mit Längen.

Deutscher Kinostart: 8. März 2012
Regie: Christian Petzold
Schauspieler: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Rainer Bock
Länge: 105 Minuten
Für Kinofreunde von: Jerichow, Yella

Kino-Trailer:

Die eiserne Lady

Diese Kinofilm beschreibt schön den Aufstieg und Fall von Margaret Thatcher als Premierministerin. Dabei fängt die Geschichte bei der Kindheit an und geht bis ins hohe Alter.

Leider wird die Geschichte aus der Sicht der bereits an Demenz erkrankten Frau Thatcher gezeigt. Dadurch wird der wirklich interessanten Lebensgeschichte zu wenig Platz gegeben. Schade eigentlich, aber Meryl Streep ist in der Rolle auf jeden Fall sehenswert.

Deutscher Kinostart: 1. März 2012
Regie: Phyllida Lloyd
Schauspieler: Meryl Streep, Jim Broadbent, Olivia Colman
Länge: 104 Minuten
Für Kinofreunde von: Die Queen, The King’s Speech

Kino-Trailer:

Dame König As Spion

Ein klassischer Agententhriller aus England zu Zeiten des kalten Krieges. Hier war Agententätigkeit noch Schwerstarbeit ohne Computer und Handys. Viele Männer in grauen Anzügen entscheiden teils abgekoppelt vom Gesetz über Recht und Unrecht.

Ein Kinofilm ohne große Spezialeffekts, aber dafür mit großen Namen an Schauspielern. Doch dies reicht leider nicht aus, um diesen Film wirklich sehenswert zu machen. Übrigens ist meine (unbekannte) Kinonachbarin während des Filmes eingeschlafen und wurde erst zum Ende wieder wach. Das sagt doch alles!

Deutscher Kinostart: 2. Februar 2012
Regie: Tomas Alfredson
Schauspieler: Gary Oldman, Colin Firth, John Hurt
Länge: 127 Minuten
Buch zum Film: Dame König As Spion
Für Kinofreunde von: Liebesgrüße aus Moskau, Mord im Orient-Express

Kino-Trailer:

The Descendants

Der Film heißt übersetzt in etwa die Nachkommenschaft. George Clooney spielt hier einen Familienvater, der sich bislang nie groß um seine beiden Töchter gekümmert hat. Nach dem Tod seiner Frau muss er plötzlich die alleinige Verantwortung übernehmen. Zusätzlich ist er auch Nachlassverwalter eines riesigen Grundstücks und muss hier ebenfalls für die große Familie eine wichtige Entscheidung herbeiführen.

Was zunächst langweilig klingt ist leider auch langweilig. Einige Witze von Sid können den Film leicht aufheitert, allerdings reicht dies sicher nicht für eine Empfehlung.

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2012
Regie: Alexander Payne
Schauspieler: George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges
Länge: 110 Minuten
Buch zum Film: The Descendants / Mit deinen Augen
Für Kinofreunde von: Up in the Air, Remember Me – Lebe den Augenblick

Kino-Trailer:

The Artist

Der Film zeigt das Ende der Stummfilmzeit. Für die alten Schauspieler ist es der Untergang und für die neue Generation von Schauspielern eine einmalige Möglichkeit.

Obwohl der Film eindeutig zeigen will, dass die Stummfilme zu einer abgeschlossenen Epoche gehören, ist es unverständlich, warum dem Kinozuschauer dies in einem langweiligen Kinofilm gezeigt werden soll? Bis auf eine witzige Traumsequenz ist der Film einfach nur überflüssig.

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2012
Regie: Miachael Hazanavicius
Schauspieler: Jean Dujardin, Berenice Bejo, John Goodman
Länge: 100 Minuten
Für Kinofreunde von: Die kleinen Strolche, Klamottenkiste

Kino-Trailer:

Drive

Diese Woche war die Sneak Preview schon wieder bis auf den letzten Platz ausverkauft, wirklich unglaublich. Allerdings ist auch die Meldung unglaublich, dass das Atlantis Kino im März 2012 seine Tore schließt und damit eine lange Sneak-Tradition in einem sehr schönen Kino endet.

Nun aber zurück zum Film, in dem der schweigsame Driver einen Job als Automechaniker, Stuntman und Fluchtautofahrer hat. Durch einen verpatzten Raubüberfall hat er plötzlich die ganze Mafia als Feind und dabei wollte er mit diesem Deal doch eigentlich nur seiner Nachbarin helfen.

Dieser Film hat verdient in Cannes in der Rubrik Beste Regie gewonnen. Ansonsten lebt der Film von einer besonderen Spannung und Action. Die Schauspieler scheinen in ihren Rollen aufzugehen und trotz der Action ist die Story sehr liebevoll. Jedoch sind einige Ausschnitte äußerst brutal und da sollten die Zartbesaiteten auf jeden Fall die Augen schließen. Ein Höhepunkt ist sicherlich noch der Soundtrack, der ganz stark zu der tollen Atmosphäre beiträgt. Über das Ende sollte sich jeder sein eigenes Bild machen…

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2012
Regie: Nicolas Winding Refn
Schauspieler: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston
Länge: 101 Minuten
Buch zum Film: Driver
Für Kinofreunde von: Fast & Furious, Transporter

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Ziemlich beste Freunde

Neues Jahr, neues Glück? Zunächst einmal herzlich willkommen im Kinojahr 2012. Ein neues Jahr beginnt meist mit guten Vorsätzen und diesmal macht es fast den Eindruck, dass die Leute wieder mehr ins Kino wollen, denn der Saal war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Dadurch konnte ich nur einen Platz in der dritten Reihe ergattern, aber erfahrungsgemäß wird es ab Mitte Januar wieder entspannter, denn auch im Fitness-Center ist es die ersten Tage voll und dann lässt es stark nach.

Im Film geht es um den Querschnittsgelähmten Philippe, der auf der Suche nach einem neuem Pfleger ist. Eher durch Zufall gerät der Kleinkriminelle Driss an den Job. Eine Paarung die nicht unterschiedlicher sein könnte, jedoch schafft es Driss mit seiner äußerst unkonventionellen Art wieder ein wenig Lebensfreunde in den schwierigen Alltag von Philippe zu bringen.

Ziemlich beste Freunde setzt die Latte hoch für weitere Filme in 2012, denn der Film schafft es, ein nicht einfaches Thema sehr humorvoll umzusetzen. Dabei ist die Komik teilweise politisch sehr unkorrekt, aber auch das macht den Film sehenswert. Die beiden Hauptdarsteller machen zusätzlich den Reiz dieses Filmes aus. In Frankreich war der Kinofilm mit bereits über 13 Millionen Besuchern ein wahrer Überraschungserfolg.

Deutscher Kinostart: 5. Januar 2012
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Schauspieler: Francois Cluzet, Omar Sy, Anne le Ny
Länge: 110 Minuten
Für Kinofreunde von: Vincent will Meer, Me Too – Wer will schon normal sein?

Kino-Trailer:

Submarine

Oliver Tate lebt in einer Kleinstadt und muss sich mit den Problemen eines 15jährigen rumschlagen. In der Schule ist er nicht wirklich anerkannt und einfach nur froh, wenn er nicht gerade gemobbt wird. Er schafft es zwar durch die Beziehung mit der Klassenkameradin Jordana im Ansehen zu steigen, aber wirklich froh macht ihn das auch nicht. Zu guter Letzt haben seine schrulligen Eltern auch noch Beziehungsprobleme, die Oliver versucht zu kitten.

Ein wirklich amüsanter Film über einen Jungen der mit der großen Gefühlswelt in der Pubertät kämpfen muss.

Deutscher Kinostart: 17. November 2011
Regie: Richard Ayoade
Schauspieler: Craig Roberts, Yasmin Paige, Sally Hawkins
Länge: 97 Minuten
Buch zum Film: Submarine
Für Kinofreunde von: Garden State, (500) Days of Summer

Kino-Trailer: