Ein Mann von Welt

Mit fast zwei Wochen Verspätung komme ich nun doch noch dazu, ein wenig zu dieser schwarzem Komödie aus Norwegen zu schreiben. Nach 12 Jahren kommt Ulrik aus dem Gefängnis heraus und ist zunächst froh, dass sich sein ehemaliger Gangsterboss Jensen um ihn kümmert. Dieser drängt ihn jedoch zur Rache an den Menschen, der Ulrik damals in den Knast gebracht hat. Allerdings möchte Ulrik eigentlich nur normal leben, eine Arbeit annehmen und Kontakt mit seinem Sohn aufnehmen. Dieses gestaltet sich jedoch alles nicht so einfach wie geplant.

Eine Komödie aus dem hohen Norden mit kühlen und derben Humor, leider ein wenig langweilig.

Deutscher Kinostart: 9. Dezember 2010
Regie: Hans Petter Moland
Schauspieler: Stellan Skarsgard, Bjorn Floberg, Gard B. Eidsvold
Länge: 107 Minuten
Für Kinofreunde von: Eldorado, Louise Hires a Contract Killer

Kino-Trailer:

Ich sehe den Mann deiner Träume

Endlich mal wieder ein Film von Woody Allen. Vorneweg gleich meine persönliche Bewertung, es ist ein netter Kinofilm, aber auf der Woody Allen-Skala würde der Film eher im unteren Drittel zu finden sein. Nun gut, dass ist allerdings auch das Problem, wenn man über Jahrzehnte sehr gute Filme produziert, dann wird die Messlatte immer höher gesetzt.

Zum Film gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen, Es sind die Verwirrungen und Irrungen von Menschen aus der der Großstadt London, die sich zu viele Gedanken über ihr Leben, ihre Liebe oder den Tod machen. Also typische Charakteren wie sie Mr. Allen liebt.

Deutscher Kinostart: 2. Dezember 2010
Regie: Woody Allen
Schauspieler: Anthony Hopkins, Naomi Watts, Antonio Banderas
Länge: 98 Minuten
Für Kinofreunde von: Match Point, Whatever Works

Kino-Trailer:

Ein gutes Herz

Jacques ist Barbesitzer in New York und ein Kotzbrocken allererster Güte. Als er nach seinem fünften Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird lernt er Lucas kennen. Dieser ist obdachlos und nach einem Selbstmordversuch in die Klinik gekommen. Auf jeden Fall ist er das genaue Gegenteil, denn er ist nett zu Menschen, wortkarg und sehr gutmütig. Nachdem Jaques erfährt, dass er wahrscheinlich ohne Spenderherz nicht mehr lange zu leben hat, nimmt er den jungen Lucas unter seine Fittiche, denn er sucht einen Nachfolger für seine Kneipe. Allerdings ist die Einarbeitung nicht so einfach, denn Jacques hat zwei feste Grundsätze für seine Bar: Keine Frauen und keine Freundlichkeiten! Allerdings ist Lucas von Herzen aus nett zu allen Menschen und als er eines Tages auch noch eine junge Frau aufnimmt, kommt es natürlich zum großen Streit.

Der Film ist eigentlich eher traurig, aber er strotzt auch mit herrlich, derbem Humor. Da wahrscheinlich eh nicht viele Leute diesen Kinoblog lesen und in den Film gehen, will ich schon jetzt das Fazit verraten. Nette Menschen werden überfahren und böse Menschen kommen überall hin (ich sage nur langer weißer Sandstrand).

Deutscher Kinostart: 25. November 2010
Regie: Dagur Kári
Schauspieler: Brian Cox, Paul Dano, Isild Le Besco
Länge: 92 Minuten
Für Kinofreunde von: Dark Horse, Kitchen Stories

Kino-Trailer:

Somewhere

Johnny Marco (Stephan Dorff) ist ein Hollywood-Star und hat alles, wovon der normale Mensch nur träumen kann. Er lebt in einem Hotel, fährt mit seinem schwarzen Ferrari durch die Gegend, kann sich alles leisten und genießt seinen Starruhm. Diesen Ruhm nutzt er auch aus und die schönsten Frauen buhlen um ihn. Doch hinter dieser Fassade steckt ein einsamer Mensch und dies kommt mal wieder zum Vorschein als er sich paar Tage um seine 11jährige Tochter kümmern muss, die sonst bei der geschiedenen Mutter lebt. Durch Cleo (Elle Fanning) hinterfragt er wieder sein Leben und wird von Selbstzweifel geplagt.

Dies ist leider mal wieder so ein Film nach dem Motto: Ich bin ein Star, ich habe alles, aber eigentlich geht es mir ja so schlecht und bemitleidet mich bitte. Na ja, vermutlich arbeitet hier Frau Coppola ihre eigene Kindheit auf, aber für das Kinopublikum ist der Film eher eine langweilige Zumutung. Eigentlich sind nur die beiden tanzenden Zwillinge in diesem Kinofilm sehenswert.

Deutscher Kinostart: 11. November 2010
Regie: Sofia Coppola
Schauspieler: Stephan Dorff, Elle Fanning, Benicio Del Toro
Länge: 98 Minuten
Für Kinofreunde von: Lost in translation, Broken Flowers

Kino-Trailer:

The Road

Endzeit. Ein Vater (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee) durchqueren das zerstörte Amerika. Alles ist verbrannt, der Himmel ist verdunkelt, es ist kalt und die meisten Tiere und Pflanzen haben nicht überlebt. Beide folgen einer Straße mit dem Ziel, die Küste zu erreichen. Zwar wissen sie nicht, was sie dort erwartet, aber sie hoffen dort den kommenden Winter zu überleben. Sie tragen nur ihre Kleidung am Körper und schieben einen Einkaufswagen vor sich her. Außerdem haben sie einen Revolver mit den letzten beiden Patronen griffbereit, um ihrem Leben notfalls ein Ende zu setzen. Denn in dieser Welt kämpft jeden ums Überleben und wenn die Nahrung ausgeht, dann schrecken die Menschen auch vor Kannibalismus nicht zurück.

Dieser Kinofilm ist keine leichte Kost und bietet einige erschreckende Szenen. Allerdings bleiben in dem Film viele Fragen offen und manche Handlungsstränge wirken sehr unlogisch. Ein Film den man sehen kann, aber man verpasst auch nichts, wenn man stattdessen schön Essen geht.

Deutscher Kinostart: 7. Oktober 2010
Regie: John Hillcoat
Schauspieler: Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Charlize Theron
Länge: 111 Minuten
Buch zum Film: Die Straße
Für Kinofreunde von: 28 Days Later, The Book of Eli

Kino-Trailer:

Knight and Day

Eigentlich mag ich die Schauspieler Tom Cruise und Cameron Diaz nicht besonders gerne, allerdings hat mich der Kinotrailer für diesen Film neugierig gemacht, denn die Szenen war sehr originell. Der Film war auch eine herrlich durchgeknallte Actionkomödie mit wenig Sinn und Verstand, also alles was eine Kino-Film dieser Kategorie ausmacht.

Allerdings waren es für eine Komödie doch zu viele Tote und das Erschießen von Leuten wurde eher als Spaß dargestellt. Diese Tatsache und das die Computersimulation zu offensichtlich waren macht den Film leider zum Flop. Eigentlich schade, denn die Grundidee war nicht schlecht, aber an der Umsetzung hat es gescheitert.

Deutscher Kinostart: 22. Juli 2010
Regie: James Mangold
Schauspieler: Tom Cruise, Cameron Diaz, Peter Sarsgaard
Länge: 110 Minuten
Für Kinofreunde von: Date Night, Mission Impossible

Kino-Trailer:

Marcello Marcello

Eine romantische Liebeskomödie, die in der 50er Jahren auf einer italienischen Insel spielt. In dem verträumten Inseldorf gibt es eine alte Tradition, denn wenn ein Mädchen 18 Jahre alt wird, dann darf ein Junge des Dorfes die Auserwählte zum Rendezvous einladen. Allerdings entscheidet der Vater darüber und zwar aufgrund der Tatsache, welcher Junge dem Vater das schönste Präsent überreicht hat. Meist ist die baldige Hochzeit im Anschluss sicher, das war schon immer so. Der Fischersohn Marcello hat eine gute Idee für ein Geschenk, denn er will sich mit Elena der Tochter des Bürgermeisters treffen. Jedoch ist es nicht so einfach an das Geschenk heranzukommen und so muss Marcello viele Wege gehen und Aufgaben lösen, um an sein Ziel zu kommen.

Obwohl der Film ein paar witzige Szenen hat, kann er in der Gesamtheit leider nicht überzeugen. Für hoffnungslose Romantiker ist es allerdings ein Muss. Denn wo Wasser ist, da ist auch Leben und wo Leben ist, da ist auch Liebe…

Deutscher Kinostart: 10. Juni 2010
Regie: Denis Rabaglia
Schauspieler: Franceesco Mistichelli, Elena Cucci
Länge: 97 Minuten
Buch zum Film: Marcello und der Lauf der Liebe
Für Kinofreunde von: Das Leben ist schön, Der Zauber von Malèna

Kino-Trailer:

I love you Phillip Morris

Die Vorschau zu diesem Film hatte ich gefühlt schon 50 mal gesehen. Zunächst dachte ich, dass ein Film über ein schwules Pärchen mit dem Schauspieler Jim Carrey (zappelnde Grinsebacke) nichts werden kann, aber da auf der anderen Seite Ewan McGregor spielt, wollte ich dem Film zumindest eine Chance geben.

Der Kinofilm soll auf einer wahren Geschichte beruhen, wo Steven Russell (Jim Carrey) als toller Familienvater nach einem Autounfall plötzlich ein schwules Leben führen will. Doch er merkt, dass sein Lebensstil recht teuer ist und nach einigen Gaunereien landet er im Knast, wo er Phillip (Ewan McGregor) kennenlernt. Die beiden werden zu einem unzertrennlichen Liebespaar.

Anfangs war der Film tatsächlich recht witzig, allerdings wurde er sehr schnell nur noch langweilig und plump. Ich fand es auch nicht wirklich komisch, wenn in einem Film der Selbstmord als alles lösende Mittel verkauft wird. Wenn Ewan McGregor diesen Film nicht mit seiner schauspielerischen Leistung aufgewertet hätte, dann hätte ich dem Film nur einen Kinopunkt gegeben. Es ist jedenfalls verständlich, warum der Film sehr lange gebraucht hat, um überhaupt einen Verleih zu finden.

Deutscher Kinostart: 29. April 2010
Regie: Glenn Ficcara, John Requa
Schauspieler: Jim Carrey, Ewan McGregor
Länge: 102 Minuten
Buch zum Film: I Love You Phillip Morris
Für Kinofreunde von: Vergiss mein nicht, Die Truman Show

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Sin Nombre

Wie in allen Städten oder Ländern gibt es Gangs oder Strukturen die im Untergrund arbeiten. In Mittelamerika gibt ist es die sogenannte Mara Salvatrucha, die große Teile der Gesellschaft mit äußerst brutaler Gewalt in Beschlag genommen hat. Nach Schätzungen sind es über 100.000 Mitglieder, die dank ihrer quasi familiären Geschlossenheit fast unantastbar für Staat und Polizei sind. Auch der Aufnahmeritus zeugt von dieser Brutalität, denn zunächst muss man sich von seinen zukünftigen Gangmitglieder verprügeln lassen und zum Abschluss einen Feind töten.

Im Kinofilm Sin Nombre wird von Casper berichtet, dem seine Liebe wichtiger ist als die Mitgliedschaft. Doch seine Liebste stirbt durch den Bandenboss und Casper begehrt plötzlich gegen diese Welt aus Gewalt auf. Allerdings wird er nun selbst zum Feind der kriminellen Gemeinschaft und begibt sich auf die Flucht in eine neues Leben. Dieser Weg führt aus Centralamerika immer Richtung Norden ins gelobte Land USA. Auf seiner illegalen Flucht auf Zügen lernt er Sayra kennen und es entsteht ein vorsichtige Liebesbeziehung.

Leider neigt der Film sehr zu Längen, aber für sein Spielfilmdebüt hat der Regiesseur Cary Joji Fukunaga ein sehr passables Werk hingelegt.

Deutscher Kinostart: 29. April 2010
Regie: Cary Joji Fukunaga
Schauspieler: Edgar Flores, Paulina Gaitan, Kristyan Ferrer
Länge: 95 Minuten
Buch zum Film: Sin Nombre
Für Kinofreunde von: City of God, Dr. Aleman

Kino-Trailer:

Ajami

In Ajami geht es um den gleichnamigen Vorort vom Stadtteil Jaffa (Tel Aviv). Hier leben Christen, Muslime und Juden auf engstem Raum zusammen, was natürlich zu Geflecht aus Spannungen, Gewalt und Rache der verfeindeten Gruppen führt. Der Film ist in mehrere Kapitel unterteilt und dabei werden die Zeitebenen und Blickwickel gewechselt, wobei die dargestellten Einzelschicksale letztendlich alle miteinander verquickt sind.

Dieser Film hat viele Filmpreise abgeräumt und sogar in 2010 eine Oscar Nominierung für den besten ausländischen Film, allerdings konnte dieser Preis der Kinofilm El Secreto de Sus Ojos gewinnen. Dabei wurde oft die Authentizität in den Vordergrund gestellt, denn der Film wurde direkt in Ajami gedreht mit Einwohnern vor Ort. Diese sind daher nichtprofessionelle Darsteller und kannten auch das Drehbuch nicht.

Mich konnte der Film leider nicht ansprechen und er neigte zu Längen. In den Reihen vor und hinter mir konnte ich viele Gähner vernehmen.

Deutscher Kinostart: 11. März 2010
Regie: Scandar Copti, Yaron Shani
Schauspieler: Laiendarsteller
Länge: 120 Minuten
Für Kinofreunde von: Waltz with Bashir, 21 Gramm

Kino-Trailer: