Django Unchained

Eher per Zufall erhält der Sklave Django die Freiheit durch einen deutschen Kopfgeldjäger. Das ungleiche Paar geht eine geschäftliche Partnerschaft ein und ihr Ziel ist es, die Ehefrau von Django aus der Sklaverei zu befreien.

Es ist ein typischer Tarantino-Film mit viel Gewalt und Blut sowie ungewöhnlichen Dialogen. Jedoch sind diesmal die Szenen weit über der Grenze des Erträglichen und auch wenn dies vermutlich so passiert sein könnte, ist nicht notwendig, es in Bildern darzustellen. Christoph Waltz glänzt auf jeden Fall in seiner Rolle, aber dies ist leider auch noch kein Grund in den Film zu gehen, der auch in der zweiten Hälfte seine Längen hat.

Deutscher Kinostart: 17. Januar 2013
Regie: Quentin Tarantino
Schauspieler: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio,
Länge: 165 Minuten
Für Kinofreunde von: Kill Bill, True Grit

Kino-Trailer:

Barbara

Deutschland im Osten vor der Wende. Barbara ist Ärztin und stellt einen Ausreiseantrag. Dieser wird abgelehnt und sie wird von Berlin in die Provinz versetzt. Sie muss sich hier der Schikane der Stasi unterziehen und kann kein Vertrauen mehr zu Nachbarn und Kollegen aufbauen. Nur die Vorstellung der Flucht mit Hilfe eines Freundes aus dem Westen lässt sie nach vorne blicken.

Düstere Bilder aus dem Arbeiter und Bauernstaat. Wer hiernach Nostalgie hegt, der hat die ganze Unterdrückung und Unfreiheit wohl schon wieder vergessen. Eindrucksvoller Film, aber leider mit Längen.

Deutscher Kinostart: 8. März 2012
Regie: Christian Petzold
Schauspieler: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Rainer Bock
Länge: 105 Minuten
Für Kinofreunde von: Jerichow, Yella

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Dame König As Spion

Ein klassischer Agententhriller aus England zu Zeiten des kalten Krieges. Hier war Agententätigkeit noch Schwerstarbeit ohne Computer und Handys. Viele Männer in grauen Anzügen entscheiden teils abgekoppelt vom Gesetz über Recht und Unrecht.

Ein Kinofilm ohne große Spezialeffekts, aber dafür mit großen Namen an Schauspielern. Doch dies reicht leider nicht aus, um diesen Film wirklich sehenswert zu machen. Übrigens ist meine (unbekannte) Kinonachbarin während des Filmes eingeschlafen und wurde erst zum Ende wieder wach. Das sagt doch alles!

Deutscher Kinostart: 2. Februar 2012
Regie: Tomas Alfredson
Schauspieler: Gary Oldman, Colin Firth, John Hurt
Länge: 127 Minuten
Buch zum Film: Dame König As Spion
Für Kinofreunde von: Liebesgrüße aus Moskau, Mord im Orient-Express

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The Descendants

Der Film heißt übersetzt in etwa die Nachkommenschaft. George Clooney spielt hier einen Familienvater, der sich bislang nie groß um seine beiden Töchter gekümmert hat. Nach dem Tod seiner Frau muss er plötzlich die alleinige Verantwortung übernehmen. Zusätzlich ist er auch Nachlassverwalter eines riesigen Grundstücks und muss hier ebenfalls für die große Familie eine wichtige Entscheidung herbeiführen.

Was zunächst langweilig klingt ist leider auch langweilig. Einige Witze von Sid können den Film leicht aufheitert, allerdings reicht dies sicher nicht für eine Empfehlung.

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2012
Regie: Alexander Payne
Schauspieler: George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges
Länge: 110 Minuten
Buch zum Film: The Descendants / Mit deinen Augen
Für Kinofreunde von: Up in the Air, Remember Me – Lebe den Augenblick

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Dreiviertelmond

Die Geschichte ist schnell erzählt. Es geht um den grantligen Taxler Hartmut aus Nürnberg, der es sich mit seiner unkommunikative Art mit Tochter und Ehefrau verscherzt hat. Diese verlässt ihn dann nach 30 Ehejahren, aber auch das stört ihn zunächst wenig. Durch eine unfreiwillige Begegnung muss er sich plötzlich um die 6jährige Hayat kümmern. Jetzt muss er zwangsweise ein wenig aus seiner sozialen Isolation herauskommen und er denkt über das Leben nach.

Eine typische Fernsehproduktion finanziert durch diverse Filmförderungen, mehr ist eigentlich nicht zu sagen.

Deutscher Kinostart: 13. Oktober 2011
Regie: Christian Zübert
Schauspieler: Elmar Wepper, Katja Rupé, Mercan Türköglu
Länge: 94 Minuten
Für Kinofreunde von: Kirschblüten – Hanami, Keiner liebt mich

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Gianni und die Frauen

Gianni lebt in Rom und ist schon mit 50 Jahren in Rente gegangen. Er ist ein treuer Ehemann, hat eine erwachsene Tochter und ist bei den Nachbarn beliebt. Einzig mit seiner Mutter hat er ein wenig Ärger, denn diese verjubelt ihr ganzes Geld und fordert ständig Besuche ein. Gianni langweilt sich, aber er will noch nicht zu den alten Leuten gehören. Ein guter Freund von ihm schlägt ihm vor, doch mal ein erotisches Abenteuer einzugehen. Jedoch erweist sich dies schwieriger als gedacht.

Ein nett erzählter Film über einen Mann, der sich selbst noch nicht auf das Altenteil zurück ziehen möchte. Leider hat der Film viele Längen und bringt nur eine Botschaft herüber, dass die italienischen Männer sich eigentlich für nichts außer Frauen interessieren.

Deutscher Kinostart: 22. September 2011
Regie: Gianni de Gregorio
Schauspieler: Gianni de Gregorio, Valeria de Franciscis, Alfonso Santagata
Länge: 90 Minuten
Für Kinofreunde von: Das Festmahl im August, Männer al dente

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Nichts zu verzollen

Mit der Unterzeichnung des Schengener Abkommens verändert sich viel für das französisch-belgische Grenzörtchen Courquain. Denn mit dem Wegfall der Grenzkontrollen müssen die lokalen Händler um ihre Einnahmen bangen und die Zöllner werden arbeitslos. Der belgische Grenzbeamte Ruben ist auf jeden Fall sehr bestürzt darüber, denn er kann die Franzosen nicht ausstehen und fürchtet das Schlimmste für sein Heimatland Belgien. Wenige Meter entfernt auf der französischen Seite arbeitet der Zöllner Mathias Ducatel, der auch noch in die schöne Schwester von Ruben verliebt ist. Die beiden Zöllner stehen im Dauerstreit und müssen nun auch noch zu einem gemeinsamen mobilen Patrouillendienst antreten.

Ein feine Komödie aus Frankreich, die allerdings nicht an den Charme und die Spritzigkeit von „Willkommen bei den Sch’tis“ herankommt.

Deutscher Kinostart: 28. Juli 2011
Regie: Dany Boon
Schauspieler: Benoît Poelvoorde, Dany Boon, Karin Viard
Länge: 108 Minuten
Für Kinofreunde von: Willkommen bei den Sch’tis, Micmacs

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Polnische Ostern

Mal wieder eine Komödie mit Henry Hübchen! Diesmal spielt er Werner Grabosch, der sich um seine Enkelin Mathilda kümmert, da die Mutter plötzlich gestorben ist. Allerdings kommt aus Polen der leibliche Vater vorbei, um seine Tochter mit nach Hause zu nehmen. Dies passt Werner jedoch gar nicht und wenig später macht er sich auf dem Weg nach Polen, um sich ein Bild von der Lebenssituation vor Ort zu machen. Seine Vorurteile gegen (die) Polen werden sogar noch bestätigt und er versucht alles, um Mathilda wieder nach Deutschland zu holen. Allerdings macht er eher alles noch schlimmer und seine Enkelin kommt zunächst ins Heim. Aber natürlich hat auch dieser Kinofilm ein Happy End und nach einigen Wirrungen ist alles wieder okay.

Es handelt sich um eine typische Fernsehproduktion ohne große Höhen und Tiefen. Nett anzuschauen, aber mehr auch nicht.

Deutscher Kinostart: 12. Mai 2011
Regie: Jakob Ziemnicki
Schauspieler: Henry Hübchen, Paraschiva Dragus, Adrian Topol
Länge: 94 Minuten
Für Kinofreunde von: Alles auf Zucker, Whisky mit Wodka

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Poll

Mit einer Woche Verspätung komme ich erst jetzt dazu über den Kinofilm Poll zu berichten. Allerdings ist es immer noch rechtzeitig, da der Film erst heute anläuft und sich die Frage stellt, ob es wirklich etwas Berichtens wertes gibt?

Es wird die Geschichte der 14jährigen Oda von Siering erzählt, die aus Berlin zum Gut Poll ins russische Baltikum zu ihrem Vater kommt. Im Gepäck ist die tote Mutter und es ist das Jahr 1914 kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges. Für Oda ist es eine neue Erfahrung bei ihrem Vater zu sein und nach kurzer Zeit lernt sie einen estnischen Anarchisten kennen, der zum Tode verurteilt ist. Sie versorgt ihn heimlich und gibt ihm Unterschlupf. Damit beginnt ein Versteckspiel auf dem Gut Poll. Alles führt automatisch zu einem großen Showdown zum Ende des Filmes.

Wer ein Faible für lange, russische Dramen hat, der ist bei diesem Kinostück sicher gut aufgehoben. Ansonsten sollte man sich für die Abendunterhaltung lieber eine Alternative suchen.

Deutscher Kinostart: 3. Februar 2011
Regie: Chris Kraus
Schauspieler: Paula Beer, Edgar Selge, Tambet Tuisk
Länge: 129 Minuten
Für Kinofreunde von: Doktor Schiwago, Ein russischer Sommer

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Das Labyrinth der Wörter

Herzlich willkommen in 2011 liebe Kinofreunde. Gérard Depardieu musste vermutlich Ende 2010 noch ein wenig Geld verdienen, denn anders ist es nicht zu erklären, dass er innerhalb von zwei Monaten in drei Kinofilmen zu sehen ist.

Im Labyrinth der Wörter geht es um eine Freundschaft zweier ungleicher Menschen, der „Dorftrottel“ Germain (Gérard Depardieu) und die gebildete Margueritte – mit zwei „t“. Ein schöner Film auch über die Freundschaft zur Literatur, allerdings ist hier das Buch vermutlich die bessere Wahl.

Deutscher Kinostart: 6. Januar 2011
Regie: Jean Becker
Schauspieler: Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus, Jean-Francois Stevenin
Länge: 82 Minuten
Buch zum Film: Das Labyrinth der Wörter
Für Kinofreunde von: Mammuth, Die Eleganz der Madame Michel

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