A Single Man

Der Trailer zu dem Film wirkt zunächst verwirrend und auch am Anfang von A Single Man weiss man noch nicht so wirklich, wo dran man ist. Jedoch gelingt es dem bekannten Modedesinger Tom Ford den Roman von Christopher Isherwood in starken Bildern umzusetzen. 

Colin Firth spielt den Literaturprofessor George Falconer an einem College in L.A. im Jahr 1962. Bislang konnte ich mich für Colin Firth nie recht begeistern und ich musste bei ihm immer an Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück denken. Allerdings hat er mich hier sehr positiv überrascht und die Nominierung für den Oscar als bester Hauptdarsteller ist mehr als berechtigt. Der Film erzählt vom möglicherweise letzten Tag von George Falconer, der nach dem Tod seines Lebenspartners Jim mehrere Monate mit dem Verlust und der Trauer kämpfen musste. Die einzige Ansprechpartnerin und Freundin für ihn, ist die trinksüchtige Charley (Julianne Moore), jedoch findet er hier auch keinen Trost.

Sicherlich kein Film, der gute Laune verbreitet, aber die Umsetzung der schwierigen Themen Liebe und Verlust wurde sehr gewaltig und bildreich arrangiert. Übrigens ist es doch immer wieder schön Eindrücke aus den 60er Jahren zu sehen, als der Einkauf von Waffen und Patronen sowie das Rauchen noch normal war.

Deutscher Kinostart: 8. April 2010
Regie: Tom Ford
Schauspieler: Colin Firth, Julianne Moore
Länge: 101 Minuten
Buch zum Film: Der Einzelgänger  
Für Kinofreunde von: Blue Velvet, Brokeback Mountain

Kino-Trailer:

Precious

Precious oder Das Leben ist kostbar wurde mit Preisen überhäuft und hat von den sechs Oscar-Nominierungen sogar zwei Oscars für die beste Nebendarstellerin und das beste adaptiere Drehbuch erhalten. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten, die die Sozalhelferin und Lehrerin Sapphire in Harlem erlebt hat.

Trotz aller Auszeichnungen hat mich der Film überhaupt nicht angesprochen. Er gilt zwar als Überraschungsfilm in der USA, aber für meinen Geschmack wurden zu viele Vorurteile aus der Trickkiste gezaubert, denn die 16jährige Precious ist schwarz, extrem übergewichtig, eine Analphabetin, wird von ihrer Mutter verprügelt und von ihrem Vater sexuell missbraucht. Außerdem stammt von ihrem Papa ihr erstes behindertes Kind und mit einem zweiten Kind ist sie gerade schwanger. Ach ja, HIV positiv ist sie auch noch und lebt von Sozialhilfe.

Möglicherweise ist der Film auch mehr für das amerikanische Publikum gedreht oder für Frauen, denn der Film ist allen jungen Mädchen dieser Welt und ihrer Kostbarkeit gewidmet.

Deutscher Kinostart: 25. März 2010
Regie: Lee Daniels
Schauspieler: Mo`Nique, Paula Patton, Mariah Carey
Länge: 110 Minuten
Buch zum Film: Push 
Für Kinofreunde von: Dangerous MindsDie Friseuse

Kino-Trailer:

Schwerkraft

Endlich wieder ein Film mit Jürgen Vogel und einer Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben ist. Er spielt den Ex-Knacki Vince, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält und den Traum einer eigenen Musikkneipe hat. Durch Zufall trifft er seinen alten Freund Frederik (Fabian Heinrichs), der erfolgreich in einer Bank arbeitet und noch seiner verflossenen Liebe hinterher trauert. Nach einem schweren Zwischenfall mit einem Kunden ist er allerdings aus seiner Bahn geworfen und die beiden ungleichen Männer machen nun mehr gemeinsam. Ab diesem Punkt wird dem Zuschauer schon klar, dass das alles nicht gut enden kann, theoretisch aber noch viel Platz für ein Happy End ist. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, außer der Tatsache, dass es trotz der eigentlich traurigen Geschichte ein Kinofilm mit sehr viel Humor und Action ist.

Sicherlich einer der besten deutschen Filme der letzten Zeit und ein Muss für Vogel-Fans. Nicht zu vergessen ist der wirklich gute Soundtrack zu Schwerkraft, wo man gerne den Kino-Abspann bis zur letzten Sekunde genießt.

Deutscher Kinostart: 25. März 2010
Regie: Maximilian Erlenwein
Schauspieler: Jürgen Vogel, Fabian Heinrichs, Nora von Waldstädten
Länge: 100 Minuten
Für Kinofreunde von: Ein Freund von mir, Die fetten Jahre sind vorbei

Kino-Trailer:

Ajami

In Ajami geht es um den gleichnamigen Vorort vom Stadtteil Jaffa (Tel Aviv). Hier leben Christen, Muslime und Juden auf engstem Raum zusammen, was natürlich zu Geflecht aus Spannungen, Gewalt und Rache der verfeindeten Gruppen führt. Der Film ist in mehrere Kapitel unterteilt und dabei werden die Zeitebenen und Blickwickel gewechselt, wobei die dargestellten Einzelschicksale letztendlich alle miteinander verquickt sind.

Dieser Film hat viele Filmpreise abgeräumt und sogar in 2010 eine Oscar Nominierung für den besten ausländischen Film, allerdings konnte dieser Preis der Kinofilm El Secreto de Sus Ojos gewinnen. Dabei wurde oft die Authentizität in den Vordergrund gestellt, denn der Film wurde direkt in Ajami gedreht mit Einwohnern vor Ort. Diese sind daher nichtprofessionelle Darsteller und kannten auch das Drehbuch nicht.

Mich konnte der Film leider nicht ansprechen und er neigte zu Längen. In den Reihen vor und hinter mir konnte ich viele Gähner vernehmen.

Deutscher Kinostart: 11. März 2010
Regie: Scandar Copti, Yaron Shani
Schauspieler: Laiendarsteller
Länge: 120 Minuten
Für Kinofreunde von: Waltz with Bashir, 21 Gramm

Kino-Trailer: