David wants to fly

David Sieveking ist in einer Sinn- und Schaffenskrise. Am liebsten möchte er Filme wie sein großes Vorbild David Lynch machen. Durch Zufall entdeckt er, dass David Lynch zu einer Konferenz zur Transzendentalen Meditation (TM) einlädt und kurz entschlossen fliegt er deshalb in die USA. David ist von den Lehren der Transzendentalen Meditation sehr angetan, die auf den berühmten Guru Maharishi Mahesh Yogi zurückgehen. Dabei handelt es sich offensichtlich weder um eine Religion, noch um eine Sekte. In Deutschland zurück kauft er sich für knapp 3000 Euro sein persönliches Mantra und beginnt zu Meditieren. Allerdings bekommt er mehr und mehr Zweifel als er tiefer in die Organisation TM eintaucht. Als er anfängt kritische Frage zu stellen, wendet sich TM auch gegen ihn und erteilt im Drehverbote bzw. will den Film stoppen. Doch das spornt David noch mehr an und er spricht mit Aussteigern von TM und geht zurück zu den Ursprüngen von Maharishi Mahesh Yogi.

Mit dieser Dokumentation ist David Sieveking ein äußerst interessanter und unterhaltsamer Film gelungen. Durch seine umfangreichen Recherchen weltweit ergibt sich für den Zuschauer ein umfassendes Bild über TM und dem enormen Geldfluss dieser Organisation. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, das der Filmemacher zu naiv an das ganze Thema herangeht, doch im Laufe des Films hat sich diese Bild glücklicherweise geändert. Ich kann diesen Film wirklich empfehlen.

Deutscher Kinostart: 6. Mai 2010
Regie: David Sieveking
Mitwirkende: David Sieveking, David Lynch
Länge: 95 Minuten
Für Kinofreunde von: Blue Velvet, Eine unbequeme Wahrheit

Kino-Trailer:

Schwerkraft

Endlich wieder ein Film mit Jürgen Vogel und einer Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben ist. Er spielt den Ex-Knacki Vince, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält und den Traum einer eigenen Musikkneipe hat. Durch Zufall trifft er seinen alten Freund Frederik (Fabian Heinrichs), der erfolgreich in einer Bank arbeitet und noch seiner verflossenen Liebe hinterher trauert. Nach einem schweren Zwischenfall mit einem Kunden ist er allerdings aus seiner Bahn geworfen und die beiden ungleichen Männer machen nun mehr gemeinsam. Ab diesem Punkt wird dem Zuschauer schon klar, dass das alles nicht gut enden kann, theoretisch aber noch viel Platz für ein Happy End ist. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, außer der Tatsache, dass es trotz der eigentlich traurigen Geschichte ein Kinofilm mit sehr viel Humor und Action ist.

Sicherlich einer der besten deutschen Filme der letzten Zeit und ein Muss für Vogel-Fans. Nicht zu vergessen ist der wirklich gute Soundtrack zu Schwerkraft, wo man gerne den Kino-Abspann bis zur letzten Sekunde genießt.

Deutscher Kinostart: 25. März 2010
Regie: Maximilian Erlenwein
Schauspieler: Jürgen Vogel, Fabian Heinrichs, Nora von Waldstädten
Länge: 100 Minuten
Für Kinofreunde von: Ein Freund von mir, Die fetten Jahre sind vorbei

Kino-Trailer:

Männer die auf Ziegen starren

Alleine der Filmtitel verspricht schon eine schräge Story und genau dies wird dem Kino-Zuschauer geboten. Die Geschichte soll auf einen Tatsachenroman von Jon Ronson bestehen, aber auch das wirkt unglaublich. Im Film geht es um den Reporter Bob (Ewan McGregor), der 2003 bei der Berichterstattung im Irak den seltsamen Lyn Cassedy (George Clooney) kennenlernt. Dabei stellt sich heraus, dass er ein Ex-Mitglied der geheimen Spezialeinheit „New Earth Army“ war. Deren Aufgabe war die neue Kriegsführung mit Psychotricks wie Gedankenlesen, durch die Wände gehen und auch das Töten durch Blicke. Während ihrer Reise durch die Wüste wird immer mehr um die damalige Hippie-Einheit bekannt und der Film strotzt vor durch geknalltem Humor. Der Film hätte auch durchaus „Soldaten auf LSD“ oder „Das Schweigen der Ziegen“ heißen können. Die drei Schauspieler George Clooney, Ewan McGregor und Jeff Bridges sind mir sowieso recht sympathisch und sie spielen ihre Rollen brillant. Zu Kevin Spacey kann ich keine rechte Meinung aufstellen, da er nicht gerade zu meinen Lieblingsschauspielern zählt. Wer gerne lacht, der kommt mit den Männern und Ziegen voll auf seine Kosten.
    
Deutscher Kinostart: 4. März 2010
Regie: Grant Heslov
Schauspieler: George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey
Länge: 90 Minuten
Buch zum Film: Männer die auf Ziegen starren
Für Kinofreunde von: Burn After Reading, Brügge sehen… und sterben?
 
Kino-Trailer: