The King’s Speech

Albert Frederick Arthur George (Colin Firth) stottert schon seit seiner frühsten Kindheit. Viele Versuche mit Sprachtherapeuten scheitern und an einem gewissen Punkt glaubt er selbst nicht mehr an Heilung. Da er als Bruder von Königs Eduard VIII. nur in zweiter Reihe in der Öffentlichkeit steht, kann er mit dem Makel leben. Kleine Erfolge zeigen sich mit dem ungewöhnlichen Therapeuten Logue, der mit teilweise fragwürdigen Methoden der Quelle des Stotterns auf die Spur kommt. Nachdem Eduard VIII. abdankt muss Albert seinen Platz einnehmen und wird König GeorgeVI. Fast zeitgleich bricht der Krieg gegen Deutschland aus und das englische Volk braucht nun die Stimme des Königs. Für GeorgeVI. und Logue bleibt nun nicht mehr viel Zeit für die Vorbereitung der ersten und sehr wichtigen Radioansprache an das englische Empire.

Ein wirklich schön erzählter Film mit viel Humor und guter klassischer Musik im Hintergrund. Allerdings ist meiner Meinung nach der Hype um diesen Film etwas übertrieben und ich glaube auch nicht, dass tatsächlich so viele Oscars für den Film herausspringen.

Deutscher Kinostart: 17. Februar 2011
Regie: Tom Hooper
Schauspieler: Colin Firth, Helena Bomham, Geoffry Rush
Länge: 118 Minuten
Für Kinofreunde von: Henry VIII., Elizabeth

Kino-Trailer:

We Want Sex

Zugegebenermaßen ist der Titel dieses Kinofilmes sehr irreführend, dies wird im Laufe des Filmes allerdings aufgeklärt. Jedoch hätte der Originaltitel mit „“Made in Dagenham““ dem deutschen Kinoschauer auch nicht viel gesagt. Der Kinofilm spielt in England der 60er Jahre. Schauplatz ist besagter Ort Dagenham, wo zu der Zeit eines der größten Ford-Werke steht, wo täglich 3000 Autos vom Band laufen. Dort arbeitet 55.000 Männer und 187 Frauen! Wie es zu der Zeit üblich ist werden diese jedoch viel schlechter bezahlt als die männlichen Kollegen. Das ist zwar heute teilweise auch noch so, aber zumindest ist theoretisch die gleiche Bezahlung von Mann und Frau gesetzlich verankert.

Allerdings wollen die Frauen diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen. Dies führt zum Streik unter der Leitung von Rita (Sally Hawkins). Es ist eine klassische David gegen Goliath Geschichte nach einer wahren Begebenheit. Der Kinofilm wirkt an einigen Stellen zwar etwas schnulzig, aber er ist sehr liebevoll erzählt. Auch das Untermischen von Original-Szenen aus der Zeit unterstreicht die Authentizität diese wirklich sehenswerten Kinofilmes.“

Deutscher Kinostart: 13. Januar 2011
Regie: Nigel Coles
Schauspieler: Sally Hawkins, Bob Hoskins, Miranda Richardson
Länge: 113 Minuten
Für Kinofreunde von: Ganz oder gar nicht, Kalender Girls

Kino-Trailer:

Die kommenden Tage

Endzeitstimmung in Deutschland! Wir schreiben das Jahr 2020, der dritte Irakkrieg ist in vollem Gange und Migranten strömen in die Festung Europa. Der Kinofilm startet mit einem Rückblick vor 8 Jahren und beschreibt das Leben der beiden Schwestern Laura (Bernadette Heerwagen) und Cecilia (Johanna Wokalek), die beide ganz unterschiedliche Lebenswege einschlagen. Während Laura sich nichts mehr als ein Kind wünscht, so widmet sich Cecilia dem Terrorismus. Auf wirklich spannende und kurzweilige Weise wird eine ganz interessante Endzeitvision gezeigt.

Neben den beiden oben genannten Schauspielerinnen, zeigen auch Daniel Brühl und August Diehl wieder starke Leistungen. Nicht zu vergessen ist natürlich Jürgen Vogel, der auch in einer Kurzrolle in Erscheinung tritt. Eine wirklich sehenswerter Film für das Kino mit tollen, aber teilweise auch erschreckenden Szenen.

Deutscher Kinostart: 4. November 2010
Regie: Lars Kraume
Schauspieler: Bernadette Heerwagen, Daniel Brühl, August Diehl
Länge: 129 Minuten
Für Kinofreunde von: Die fetten Jahre sind vorbei, Die Welle

Kino-Trailer:

Banksy – Exit through the gift shop

Thierry Gutta ist ein liebenswerter Familienmensch und er filmt den ganzen Tag aus Leidenschaft. Dabei verfolgt er kein Ziel sondern macht es einfach aus Spaß. Im Jahre 1999 lernt er bei seinem Besuch in Frankreich einige Streetart-Künstler kennen und filmt diese auch. Jetzt ist das Filmen für ihn eine Sucht und er liebt es mit den Straßenkünstlern in der Nacht loszuziehen. Zurück in L.A. macht er weiter und kennt dadurch immer mehr Größen der Streetart-Szene. Sein großes Ziel ist den Größten unter ihnen kennenzulernen: Bansky! Dieser tritt nur unter diesen Pseudonym auf und man kann ich nicht finden. Durch einen Zufall ist es irgendwann soweit und die beiden finden zueinander. Jetzt ziehen beide gemeinsam los, um die Kunst von Bansky zu verbreiten. Irgendwann soll Thierry einen Film aus seinem Rohmaterial erstellen, doch das Ergebnis ist so grottenschlecht, dass Banksy ihm den Rat gibt selbst als Künstler aufzutreten.

Besessen von dieser Idee investiert Thierry (der sich nun Mr. Brainwash nennt) seine ganze Energie, Zeit und Geld für das Projekt. Er schafft es auch tatsächlich innerhalb von 6 Monaten eine beachtliche Ausstellung zu eröffnen und wird plötzlich zum Star in der Kunstszene.

Bei diesem wirklich gut gemachten Dokumentarfilm weiß man oft nicht was Wahrheit oder Fiktion ist und das macht die ganze Geschichte zusätzlich interessant. Zumindest wird die Kunstform Streetart hier auf unterhaltsame Weise dem Publikum präsentiert. Zwar halte ich die meisten Werke auf der Straße für Schmierereien, aber manchmal ist doch eine Perle dazwischen.

Deutscher Kinostart: 21. Oktober 2010
Regie: Banksy
Schauspieler: Banksy, Thierry Guetta, Space Invader
Länge: 86 Minuten
Für Kinofreunde von: Wholetrain, Berlin Calling

Kino-Trailer:

Der kleine Nick

Diesmal kommt meine Kinobewertung bedingt durch den Umzug und einen Kurzurlaub etwas verspätet. Der kleine Nick ist wirklich der coolste Knabe überhaupt. Dreist, schlitzohrig und bei allem Unfug die Nase vorweg. Er erzählt von seinem Leben mit den Eltern, mit Adalbert dem Streber, Otto der immer isst oder Hühnerbrüh einem Hilfslehrer.

Die Geschichte stammt und spielt in den 60er Jahren, geschrieben von Asterix-Schaffer René Goscinny und gezeichnet von Jean-Jacques Sempé. In der Kinofassung handelt es sich um reale Schauspieler und jeder von ihnen spielt die Rolle mit großer Hingabe.

Deutscher Kinostart: 26. August 2010
Regie: Laurent Tirard
Schauspieler: Maxime Godart, Valérie Lemercier, Kad Merad
Länge: 91 Minuten
Für Kinofreunde von: Die Kinder des Monsieur Mathieu, Der Schmetterling

Kino-Trailer:

MicMacs

Dieser Film entführt uns in eine märchenhafte Welt von Paris. Basil (Dany Boon) verliert früh seinen Vater durch eine Landmine in Afrika und er selbst gerät als Erwachsener versehentlich in eine Schießerei. Dabei trifft ihn eine Kugel in den Kopf. Nach langem Krankenhausaufenthalt hat er Job und Wohnung verloren. Durch kleine Betteleien schlägt er sich tapfer auf der Straße und lernt nach einer Zeit eine Gruppe seltsamer Leute kennen, die in einer Art Wohngemeinschaft auf dem Schrottplatz wohnen. Jeder von ihnen ist liebenswert, verdreht und besitzt ungewöhnliche Fähigkeiten. Zusammen mit diesen neuen Freunden plant Basil einen Rachefeldzug gegen die beiden Waffenproduzenten.

Der Regisseur Jeunet hat wieder einen außergewöhnlichen Kinofilm komponiert. Es sind außergewöhnliche Bilder und wunderbare Stimmungen. Die Darsteller und die Geschichten sind skurril und herrlich überzeichnet. Außerdem strotzt der Film vor Witz und vielen kleinen Szenen mit humorvollen Ideen.

Deutscher Kinostart: 22. Juli 2010
Regie: Lean-Pierre Jeunet
Schauspieler: Dany Boon, Dominique Pinon, Yolande Moreau
Länge: 104 Minuten
Buch zum Film:
Für Kinofreunde von: Delicatessen, Die wunderbare Welt der Amelie

Kino-Trailer:

Easy Virtue

Feine englische Gesellschaft. Es ist die Zeit nach dem ersten Weltkrieg und der junge John Whittaker als gutaussehender Sprössling der englische Oberklasse verbringt seinen Urlaub in Frankreich. Dort verliebt er sich in die lebenslustige Amerikanerin Larita (Jessica Biel) und sie heiraten nach kurzer Zeit. Beide reisen dann auf das Anwesen in England, damit die Familie die neue Braut kennenlernt. Jedoch ist die Familie, insbesondere die Schwiegermutter (starke Rolle für Kristin Scott Thomas), nicht unbedingt mit der Wahl des Sohnes einverstanden. Es beginnt ein intelligentes Spiel aus Intrigen und giftigen Spitzen, vermischt mit viel Humor. Den einzigen Verbündeten hat Larita mit ihrem Schwiegervater (Colin Firth), der es sehr genießt, dass nun in der versteinerten Welt der Familie ein wenig Bewegung kommt.

Ein wirklich toller Film nicht nur für verregnete Sommertage. Übrigens ist diese Komödie nach einem Theaterstück von Noel Coward und Alfred Hitchcock drehte schon 1928 davon einen Stummfilm.

Deutscher Kinostart: 24. Juni 2010
Regie: Stephan Elliott
Schauspieler: Jessica Biel, Colin Firth, Kristin Scott Thomas
Länge: 97 Minuten
Für Kinofreunde von: Stolz und Vorurteil, Match Point

Kino-Trailer:

Mein Name ist Khan

Der Schauspieler Shah Rukh Khan ist in Indien sehr beliebt und soll weltweit die größte Fangemeinde überhaupt haben. Dieser Kinofilm ist eine typische Hollywod/Bollywood-Liebesgeschichte und lässt auch keine Klischees aus. Es geht um eine höchst ungewöhnliche Beziehung zwischen Rizvan Khan und Mandira, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom (Autismus) und ist ein muslimischer Inder und sie ist eine hinduistische Inderin. Trotz dieser Hindernisse führt diese Romanze zur Hochzeit, allerdings währt das Glück nicht lange. Mit den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 hinterlässt die anti-muslimische Stimmung in Amerika auch bei ihnen ihre Spuren.

Dieser Kinofilm beleuchtet fast jedes Vorurteil gegenüber Religionen und Kulturen und wirbt für Verständnis und Toleranz. Es gibt keine schlechten oder guten Religionen, sondern nur gute oder böse Menschen und mit Liebe kann man alles erreichen. Wer Schnulzen mag, der wird diesen Film lieben. Es wird auch in klassischer Bollywood-Machart viel indische Musik gespielt, aber auf die Tanzeinlagen wurde verzichtet.

Deutscher Kinostart: 10. Juni 2010
Regie: Kahan Johar
Schauspieler: Shah Rukh Khan, Kajol Devgan
Länge: 107 Minuten
Für Kinofreunde von: In guten wie in schweren Tagen, Rain Man

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Vergebung

Endlich kommt nach den Buchverfilmungen von Verblendung und Verdammnis der dritte Teil der Stieg Larsson Trilogie ins Kino. Als großer Fan der drei Bücher musste ich natürlich auch die Filme ansehen. Der dritte Teil knüpft nahtlos an den zweiten Teil an und gerade die Anfangsszenen sind nicht für Leute mit schwachen Nerven. Die Umsetzung der Buchvorlage und die Charaktere sind auch in Vergebung wieder gut gelungen. Allerdings muss man in Kauf nehmen, dass im Film wie schon bei den beiden Vorgängern nur Bruchstücke aus dem Buch gezeigt werden. Dies ist auch kein Wunder, denn rund 900 Seiten kann man selbst in zweieinhalb Stunden nicht zeigen.

Trotzdem ist der Kinofilm wirklich sehenswert und als Kenner der Bücher kann man sich die Hintergründe gut erschließen. Vergebung sollte man sich aber nur ansehen, wenn man die anderen beiden Teile im Kino bereits gesehen hat.“

Deutscher Kinostart: 3. Juni 2010
Regie: Daniel Alfredson
Schauspieler: Michael Nyqvist, Noomi Rapace
Länge: 148 Minuten
Buch zum Film: Vergebung
Für Kinofreunde von: Verblendung, Verdammnis

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David wants to fly

David Sieveking ist in einer Sinn- und Schaffenskrise. Am liebsten möchte er Filme wie sein großes Vorbild David Lynch machen. Durch Zufall entdeckt er, dass David Lynch zu einer Konferenz zur Transzendentalen Meditation (TM) einlädt und kurz entschlossen fliegt er deshalb in die USA. David ist von den Lehren der Transzendentalen Meditation sehr angetan, die auf den berühmten Guru Maharishi Mahesh Yogi zurückgehen. Dabei handelt es sich offensichtlich weder um eine Religion, noch um eine Sekte. In Deutschland zurück kauft er sich für knapp 3000 Euro sein persönliches Mantra und beginnt zu Meditieren. Allerdings bekommt er mehr und mehr Zweifel als er tiefer in die Organisation TM eintaucht. Als er anfängt kritische Frage zu stellen, wendet sich TM auch gegen ihn und erteilt im Drehverbote bzw. will den Film stoppen. Doch das spornt David noch mehr an und er spricht mit Aussteigern von TM und geht zurück zu den Ursprüngen von Maharishi Mahesh Yogi.

Mit dieser Dokumentation ist David Sieveking ein äußerst interessanter und unterhaltsamer Film gelungen. Durch seine umfangreichen Recherchen weltweit ergibt sich für den Zuschauer ein umfassendes Bild über TM und dem enormen Geldfluss dieser Organisation. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, das der Filmemacher zu naiv an das ganze Thema herangeht, doch im Laufe des Films hat sich diese Bild glücklicherweise geändert. Ich kann diesen Film wirklich empfehlen.

Deutscher Kinostart: 6. Mai 2010
Regie: David Sieveking
Mitwirkende: David Sieveking, David Lynch
Länge: 95 Minuten
Für Kinofreunde von: Blue Velvet, Eine unbequeme Wahrheit

Kino-Trailer: