Archiv der Kategorie 4 Kinopunkte

MicMacs

Dieser Film entführt uns in eine märchenhafte Welt von Paris. Basil (Dany Boon) verliert früh seinen Vater durch eine Landmine in Afrika und er selbst gerät als Erwachsener versehentlich in eine Schießerei. Dabei trifft ihn eine Kugel in den Kopf. Nach langem Krankenhausaufenthalt hat er Job und Wohnung verloren. Durch kleine Betteleien schlägt er sich tapfer auf der Straße und lernt nach einer Zeit eine Gruppe seltsamer Leute kennen, die in einer Art Wohngemeinschaft auf dem Schrottplatz wohnen. Jeder von ihnen ist liebenswert, verdreht und besitzt ungewöhnliche Fähigkeiten. Zusammen mit diesen neuen Freunden plant Basil einen Rachefeldzug gegen die beiden Waffenproduzenten.

Der Regisseur Jeunet hat wieder einen außergewöhnlichen Kinofilm komponiert. Es sind außergewöhnliche Bilder und wunderbare Stimmungen. Die Darsteller und die Geschichten sind skurril und herrlich überzeichnet. Außerdem strotzt der Film vor Witz und vielen kleinen Szenen mit humorvollen Ideen.

Deutscher Kinostart: 22. Juli 2010
Regie: Lean-Pierre Jeunet
Schauspieler: Dany Boon, Dominique Pinon, Yolande Moreau
Länge: 104 Minuten
Buch zum Film:
Für Kinofreunde von: Delicatessen, Die wunderbare Welt der Amelie

Kino-Trailer:

Easy Virtue

Feine englische Gesellschaft. Es ist die Zeit nach dem ersten Weltkrieg und der junge John Whittaker als gutaussehender Sprössling der englische Oberklasse verbringt seinen Urlaub in Frankreich. Dort verliebt er sich in die lebenslustige Amerikanerin Larita (Jessica Biel) und sie heiraten nach kurzer Zeit. Beide reisen dann auf das Anwesen in England, damit die Familie die neue Braut kennenlernt. Jedoch ist die Familie, insbesondere die Schwiegermutter (starke Rolle für Kristin Scott Thomas), nicht unbedingt mit der Wahl des Sohnes einverstanden. Es beginnt ein intelligentes Spiel aus Intrigen und giftigen Spitzen, vermischt mit viel Humor. Den einzigen Verbündeten hat Larita mit ihrem Schwiegervater (Colin Firth), der es sehr genießt, dass nun in der versteinerten Welt der Familie ein wenig Bewegung kommt.

Ein wirklich toller Film nicht nur für verregnete Sommertage. Übrigens ist diese Komödie nach einem Theaterstück von Noel Coward und Alfred Hitchcock drehte schon 1928 davon einen Stummfilm.

Deutscher Kinostart: 24. Juni 2010
Regie: Stephan Elliott
Schauspieler: Jessica Biel, Colin Firth, Kristin Scott Thomas
Länge: 97 Minuten
Für Kinofreunde von: Stolz und Vorurteil, Match Point

Kino-Trailer:

Mein Name ist Khan

Der Schauspieler Shah Rukh Khan ist in Indien sehr beliebt und soll weltweit die größte Fangemeinde überhaupt haben. Dieser Kinofilm ist eine typische Hollywod/Bollywood-Liebesgeschichte und lässt auch keine Klischees aus. Es geht um eine höchst ungewöhnliche Beziehung zwischen Rizvan Khan und Mandira, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom (Autismus) und ist ein muslimischer Inder und sie ist eine hinduistische Inderin. Trotz dieser Hindernisse führt diese Romanze zur Hochzeit, allerdings währt das Glück nicht lange. Mit den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 hinterlässt die anti-muslimische Stimmung in Amerika auch bei ihnen ihre Spuren.

Dieser Kinofilm beleuchtet fast jedes Vorurteil gegenüber Religionen und Kulturen und wirbt für Verständnis und Toleranz. Es gibt keine schlechten oder guten Religionen, sondern nur gute oder böse Menschen und mit Liebe kann man alles erreichen. Wer Schnulzen mag, der wird diesen Film lieben. Es wird auch in klassischer Bollywood-Machart viel indische Musik gespielt, aber auf die Tanzeinlagen wurde verzichtet.

Deutscher Kinostart: 10. Juni 2010
Regie: Kahan Johar
Schauspieler: Shah Rukh Khan, Kajol Devgan
Länge: 107 Minuten
Für Kinofreunde von: In guten wie in schweren Tagen, Rain Man

Kino-Trailer:

Vergebung

Endlich kommt nach den Buchverfilmungen von Verblendung und Verdammnis der dritte Teil der Stieg Larsson Trilogie ins Kino. Als großer Fan der drei Bücher musste ich natürlich auch die Filme ansehen. Der dritte Teil knüpft nahtlos an den zweiten Teil an und gerade die Anfangsszenen sind nicht für Leute mit schwachen Nerven. Die Umsetzung der Buchvorlage und die Charaktere sind auch in Vergebung wieder gut gelungen. Allerdings muss man in Kauf nehmen, dass im Film wie schon bei den beiden Vorgängern nur Bruchstücke aus dem Buch gezeigt werden. Dies ist auch kein Wunder, denn rund 900 Seiten kann man selbst in zweieinhalb Stunden nicht zeigen.

Trotzdem ist der Kinofilm wirklich sehenswert und als Kenner der Bücher kann man sich die Hintergründe gut erschließen. Vergebung sollte man sich aber nur ansehen, wenn man die anderen beiden Teile im Kino bereits gesehen hat.”

Deutscher Kinostart: 3. Juni 2010
Regie: Daniel Alfredson
Schauspieler: Michael Nyqvist, Noomi Rapace
Länge: 148 Minuten
Buch zum Film: Vergebung
Für Kinofreunde von: Verblendung, Verdammnis

Kino-Trailer:

David wants to fly

David Sieveking ist in einer Sinn- und Schaffenskrise. Am liebsten möchte er Filme wie sein großes Vorbild David Lynch machen. Durch Zufall entdeckt er, dass David Lynch zu einer Konferenz zur Transzendentalen Meditation (TM) einlädt und kurz entschlossen fliegt er deshalb in die USA. David ist von den Lehren der Transzendentalen Meditation sehr angetan, die auf den berühmten Guru Maharishi Mahesh Yogi zurückgehen. Dabei handelt es sich offensichtlich weder um eine Religion, noch um eine Sekte. In Deutschland zurück kauft er sich für knapp 3000 Euro sein persönliches Mantra und beginnt zu Meditieren. Allerdings bekommt er mehr und mehr Zweifel als er tiefer in die Organisation TM eintaucht. Als er anfängt kritische Frage zu stellen, wendet sich TM auch gegen ihn und erteilt im Drehverbote bzw. will den Film stoppen. Doch das spornt David noch mehr an und er spricht mit Aussteigern von TM und geht zurück zu den Ursprüngen von Maharishi Mahesh Yogi.

Mit dieser Dokumentation ist David Sieveking ein äußerst interessanter und unterhaltsamer Film gelungen. Durch seine umfangreichen Recherchen weltweit ergibt sich für den Zuschauer ein umfassendes Bild über TM und dem enormen Geldfluss dieser Organisation. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, das der Filmemacher zu naiv an das ganze Thema herangeht, doch im Laufe des Films hat sich diese Bild glücklicherweise geändert. Ich kann diesen Film wirklich empfehlen.

Deutscher Kinostart: 6. Mai 2010
Regie: David Sieveking
Mitwirkende: David Sieveking, David Lynch
Länge: 95 Minuten
Für Kinofreunde von: Blue Velvet, Eine unbequeme Wahrheit

Kino-Trailer:

Schwerkraft

Endlich wieder ein Film mit Jürgen Vogel und einer Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben ist. Er spielt den Ex-Knacki Vince, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält und den Traum einer eigenen Musikkneipe hat. Durch Zufall trifft er seinen alten Freund Frederik (Fabian Heinrichs), der erfolgreich in einer Bank arbeitet und noch seiner verflossenen Liebe hinterher trauert. Nach einem schweren Zwischenfall mit einem Kunden ist er allerdings aus seiner Bahn geworfen und die beiden ungleichen Männer machen nun mehr gemeinsam. Ab diesem Punkt wird dem Zuschauer schon klar, dass das alles nicht gut enden kann, theoretisch aber noch viel Platz für ein Happy End ist. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, außer der Tatsache, dass es trotz der eigentlich traurigen Geschichte ein Kinofilm mit sehr viel Humor und Action ist.

Sicherlich einer der besten deutschen Filme der letzten Zeit und ein Muss für Vogel-Fans. Nicht zu vergessen ist der wirklich gute Soundtrack zu Schwerkraft, wo man gerne den Kino-Abspann bis zur letzten Sekunde genießt.

Deutscher Kinostart: 25. März 2010
Regie: Maximilian Erlenwein
Schauspieler: Jürgen Vogel, Fabian Heinrichs, Nora von Waldstädten
Länge: 100 Minuten
Für Kinofreunde von: Ein Freund von mir, Die fetten Jahre sind vorbei

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Männer die auf Ziegen starren

Alleine der Filmtitel verspricht schon eine schräge Story und genau dies wird dem Kino-Zuschauer geboten. Die Geschichte soll auf einen Tatsachenroman von Jon Ronson bestehen, aber auch das wirkt unglaublich. Im Film geht es um den Reporter Bob (Ewan McGregor), der 2003 bei der Berichterstattung im Irak den seltsamen Lyn Cassedy (George Clooney) kennenlernt. Dabei stellt sich heraus, dass er ein Ex-Mitglied der geheimen Spezialeinheit “New Earth Army” war. Deren Aufgabe war die neue Kriegsführung mit Psychotricks wie Gedankenlesen, durch die Wände gehen und auch das Töten durch Blicke. Während ihrer Reise durch die Wüste wird immer mehr um die damalige Hippie-Einheit bekannt und der Film strotzt vor durch geknalltem Humor. Der Film hätte auch durchaus “Soldaten auf LSD” oder “Das Schweigen der Ziegen” heißen können. Die drei Schauspieler George Clooney, Ewan McGregor und Jeff Bridges sind mir sowieso recht sympathisch und sie spielen ihre Rollen brillant. Zu Kevin Spacey kann ich keine rechte Meinung aufstellen, da er nicht gerade zu meinen Lieblingsschauspielern zählt. Wer gerne lacht, der kommt mit den Männern und Ziegen voll auf seine Kosten.
    
Deutscher Kinostart: 4. März 2010
Regie: Grant Heslov
Schauspieler: George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey
Länge: 90 Minuten
Buch zum Film: Männer die auf Ziegen starren
Für Kinofreunde von: Burn After Reading, Brügge sehen… und sterben?
 
Kino-Trailer: