Wer weiß, wohin?

Irgendwo in einem kleinen Dorf im Libanon. Christen und Muslime leben mehr oder minder friedlich zusammen, weil die Dorfbewohner nichts von den religiösen Spannungen in der Welt mitbekommen. Allerdings sickern mehr und mehr Informationen durch und mit dem Frieden im Dorf ist es nun vorbei. Jedoch versuchen die Frauen dies mit allen möglichen Tricks zu verhindern.

Ein typischer Sneak-Film. Man vermutet zuerst das Schlimmste, aber man wird dann doch positiv überrascht. Leider war dies die letzte Sneak Preview im Atlantis-Kino, denn dieses Kino hat am 25. März 2012 die allerletzte Vorstellung. Damit schließt ein Münchener Traditionskino nach 56 Jahren. Wirklich schade, doch glücklicher Weise geht die Sneak im City-Kino weiter.

Deutscher Kinostart: 22. März 2012
Regie: Nadine Labaki
Schauspieler: Layla Hakim, Nadine Labaki, Yvonne Maalouf
Länge: 100 Minuten
Für Kinofreunde von: Caramel, Geh und lebe

Kino-Trailer:

The Descendants

Der Film heißt übersetzt in etwa die Nachkommenschaft. George Clooney spielt hier einen Familienvater, der sich bislang nie groß um seine beiden Töchter gekümmert hat. Nach dem Tod seiner Frau muss er plötzlich die alleinige Verantwortung übernehmen. Zusätzlich ist er auch Nachlassverwalter eines riesigen Grundstücks und muss hier ebenfalls für die große Familie eine wichtige Entscheidung herbeiführen.

Was zunächst langweilig klingt ist leider auch langweilig. Einige Witze von Sid können den Film leicht aufheitert, allerdings reicht dies sicher nicht für eine Empfehlung.

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2012
Regie: Alexander Payne
Schauspieler: George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges
Länge: 110 Minuten
Buch zum Film: The Descendants / Mit deinen Augen
Für Kinofreunde von: Up in the Air, Remember Me – Lebe den Augenblick

Kino-Trailer:

The Artist

Der Film zeigt das Ende der Stummfilmzeit. Für die alten Schauspieler ist es der Untergang und für die neue Generation von Schauspielern eine einmalige Möglichkeit.

Obwohl der Film eindeutig zeigen will, dass die Stummfilme zu einer abgeschlossenen Epoche gehören, ist es unverständlich, warum dem Kinozuschauer dies in einem langweiligen Kinofilm gezeigt werden soll? Bis auf eine witzige Traumsequenz ist der Film einfach nur überflüssig.

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2012
Regie: Miachael Hazanavicius
Schauspieler: Jean Dujardin, Berenice Bejo, John Goodman
Länge: 100 Minuten
Für Kinofreunde von: Die kleinen Strolche, Klamottenkiste

Kino-Trailer:

Ziemlich beste Freunde

Neues Jahr, neues Glück? Zunächst einmal herzlich willkommen im Kinojahr 2012. Ein neues Jahr beginnt meist mit guten Vorsätzen und diesmal macht es fast den Eindruck, dass die Leute wieder mehr ins Kino wollen, denn der Saal war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Dadurch konnte ich nur einen Platz in der dritten Reihe ergattern, aber erfahrungsgemäß wird es ab Mitte Januar wieder entspannter, denn auch im Fitness-Center ist es die ersten Tage voll und dann lässt es stark nach.

Im Film geht es um den Querschnittsgelähmten Philippe, der auf der Suche nach einem neuem Pfleger ist. Eher durch Zufall gerät der Kleinkriminelle Driss an den Job. Eine Paarung die nicht unterschiedlicher sein könnte, jedoch schafft es Driss mit seiner äußerst unkonventionellen Art wieder ein wenig Lebensfreunde in den schwierigen Alltag von Philippe zu bringen.

Ziemlich beste Freunde setzt die Latte hoch für weitere Filme in 2012, denn der Film schafft es, ein nicht einfaches Thema sehr humorvoll umzusetzen. Dabei ist die Komik teilweise politisch sehr unkorrekt, aber auch das macht den Film sehenswert. Die beiden Hauptdarsteller machen zusätzlich den Reiz dieses Filmes aus. In Frankreich war der Kinofilm mit bereits über 13 Millionen Besuchern ein wahrer Überraschungserfolg.

Deutscher Kinostart: 5. Januar 2012
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Schauspieler: Francois Cluzet, Omar Sy, Anne le Ny
Länge: 110 Minuten
Für Kinofreunde von: Vincent will Meer, Me Too – Wer will schon normal sein?

Kino-Trailer:

Submarine

Oliver Tate lebt in einer Kleinstadt und muss sich mit den Problemen eines 15jährigen rumschlagen. In der Schule ist er nicht wirklich anerkannt und einfach nur froh, wenn er nicht gerade gemobbt wird. Er schafft es zwar durch die Beziehung mit der Klassenkameradin Jordana im Ansehen zu steigen, aber wirklich froh macht ihn das auch nicht. Zu guter Letzt haben seine schrulligen Eltern auch noch Beziehungsprobleme, die Oliver versucht zu kitten.

Ein wirklich amüsanter Film über einen Jungen der mit der großen Gefühlswelt in der Pubertät kämpfen muss.

Deutscher Kinostart: 17. November 2011
Regie: Richard Ayoade
Schauspieler: Craig Roberts, Yasmin Paige, Sally Hawkins
Länge: 97 Minuten
Buch zum Film: Submarine
Für Kinofreunde von: Garden State, (500) Days of Summer

Kino-Trailer:

Cheyenne – This must be the place

Dieses Leben ist eines der Schwersten. Das ist einer der Sprüche vom Rockrentner Cheyenne (Sean Penn), der sehr reich ist, sich extrem langweilt und seit 20 Jahren keine Musik mehr gemacht hat. Cheyenne ist gezeichnet durch Alkohol und Drogen, lebt jetzt aber clean. Eines Tages erfährt er vom Tode seines Vaters, den er 30 Jahre nicht gesehen hat. Bei der Beerdigung erfährt er erstmals, dass sein Vater im KZ war und sein Leben lang einen seiner Peiniger suchte, der in der USA untergetaucht ist. Dieses schwere Erbe nimmt nun Cheyenne an und auch er macht sich quer durch die Staaten auf die Suche.

Der Film ist sicher ein Highlight für alle Fans von Sean Penn und es gibt einige witzige Momente. Dies täuscht aber nicht über die Tatsache hinweg, dass dieser Kinofilm über Strecken langatmig dahinplätschert. Der wirklich hörenswerte Soundtrack kann dieses Manko zumindest etwas lindern.

Deutscher Kinostart: 10. November 2011
Regie: Paolo Sorrentino
Schauspieler: Sean Penn, Frances McDormand, Harry Dean Stanton
Länge: 118 Minuten
Für Kinofreunde von: Dead Man Walking, Crazy Heart

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Dreiviertelmond

Die Geschichte ist schnell erzählt. Es geht um den grantligen Taxler Hartmut aus Nürnberg, der es sich mit seiner unkommunikative Art mit Tochter und Ehefrau verscherzt hat. Diese verlässt ihn dann nach 30 Ehejahren, aber auch das stört ihn zunächst wenig. Durch eine unfreiwillige Begegnung muss er sich plötzlich um die 6jährige Hayat kümmern. Jetzt muss er zwangsweise ein wenig aus seiner sozialen Isolation herauskommen und er denkt über das Leben nach.

Eine typische Fernsehproduktion finanziert durch diverse Filmförderungen, mehr ist eigentlich nicht zu sagen.

Deutscher Kinostart: 13. Oktober 2011
Regie: Christian Zübert
Schauspieler: Elmar Wepper, Katja Rupé, Mercan Türköglu
Länge: 94 Minuten
Für Kinofreunde von: Kirschblüten – Hanami, Keiner liebt mich

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Gianni und die Frauen

Gianni lebt in Rom und ist schon mit 50 Jahren in Rente gegangen. Er ist ein treuer Ehemann, hat eine erwachsene Tochter und ist bei den Nachbarn beliebt. Einzig mit seiner Mutter hat er ein wenig Ärger, denn diese verjubelt ihr ganzes Geld und fordert ständig Besuche ein. Gianni langweilt sich, aber er will noch nicht zu den alten Leuten gehören. Ein guter Freund von ihm schlägt ihm vor, doch mal ein erotisches Abenteuer einzugehen. Jedoch erweist sich dies schwieriger als gedacht.

Ein nett erzählter Film über einen Mann, der sich selbst noch nicht auf das Altenteil zurück ziehen möchte. Leider hat der Film viele Längen und bringt nur eine Botschaft herüber, dass die italienischen Männer sich eigentlich für nichts außer Frauen interessieren.

Deutscher Kinostart: 22. September 2011
Regie: Gianni de Gregorio
Schauspieler: Gianni de Gregorio, Valeria de Franciscis, Alfonso Santagata
Länge: 90 Minuten
Für Kinofreunde von: Das Festmahl im August, Männer al dente

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Sommer in Orange

Anfang der 80iger Jahre verschlägt es eine Baghwan-WG aus Berlin nach Bayern um eine Kommune zu eröffnen. Im kleinen Ort Thalbichl prallen damit zwei Kulturen aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Der Film wird aus der Sicht der 12-jährigen Lili erzählt, die eigentlich nur ein ganz normales Dorfleben führen möchte. Allerdings träumt die Mutter eher von einem Leben in Oregon ganz nah bei ihrem Guru.

Ein sehr lustiger Film mit interessanten Ideen. Allerdings kann man bei aller Freude nicht den ernsten Hintergrund vergessen, denn für die 12-Jährige Lili ist dieses Leben mit den Baghwan-Lüngern nicht wirklich lustig.

Deutscher Kinostart: 18. August 2011
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Schauspieler: Petra Schmidt-Schaller, Georg Friedrich, Brigitte Hobmeier
Länge: 110 Minuten
Für Kinofreunde von: Wer früher stirbt ist länger tot, David wants to fly

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Midnight in Paris

Gil ist Drehbuchautor aus Hollywood und träumt von Paris. Mit seiner Verlobten Inez und deren spießigen Eltern verbringen sie dort ihren Urlaub. Zu allem Überfluss treffen sie in Paris auch noch den Ex-Freund von Inez, der sich als pedantischer Besserwisser herausstellt. Da Gil keine Lust hat mit diesen Leuten die ganze Zeit zu verbringen macht er sich alleine auf den Weg in das nächtliche Paris. Dabei wird er ganz unerwartet mit einem Oldtimer in das Paris der zwanziger Jahre gefahren. Dort trifft er Schriftsteller wie Fitzgerald oder Hemingway und Künstler wie Picasso oder Dali. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Dier Kinofilm ist sehr kurzweilig und zauberhaft. Er entführt und spielerisch in eine andere Welt und lebt von lustigen Begegnungen und Situationen. Ein wirklich runder und stimmiger Film. Hier hat Woody Allen sicher ein Meisterwerk geschaffen.

Deutscher Kinostart: 18. August 2011
Regie: Woody Allen
Schauspieler: Adrien Brody, Kathy Bates, Owen Wilson
Länge: 94 Minuten
Für Kinofreunde von: Whatever Works, Stardust Memories

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