Archiv der Kategorie Deutscher Film

Drei

Hanna und Simon sind ein Paar um die 40, seit 20 Jahren zusammen und die Liebe ist auf Sparflamme. Eigentlich haben Sie alles was man sich wünschen kann, doch Hannah lernt bei der Arbeit einen Mann kennen und Simon lernt beim Schwimmen nicht nur einen Mann kennen, sondern entdeckt auch, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Aus diesen Seitensprüngen entsteht allerdings auch starke Zuneigung und Liebe. Die ganze Sache wird dadurch kompliziert, dass sich Hanna und Simon ausgerechnet in den gleichen Mann verliebt haben. Letztendlich läuft dies auf eine Dreiecksbeziehung hinaus.

Dieser Film ist leider recht langweilig erzählt, zeigt viel nackte Haut und bringt kaum Emotionen herüber. Die Handlung ist mehr als flüssig, nämlich überflüssig.

Deutscher Kinostart: 23. Dezember 2010
Regie: Tom Tykwers
Schauspieler: Sophie Rois, Sebastian Schipper, Devid Striesow
Länge: 119 Minuten
Für Kinofreunde von: Elementarteilchen, Nackt

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Die kommenden Tage

Endzeitstimmung in Deutschland! Wir schreiben das Jahr 2020, der dritte Irakkrieg ist in vollem Gange und Migranten strömen in die Festung Europa. Der Kinofilm startet mit einem Rückblick vor 8 Jahren und beschreibt das Leben der beiden Schwestern Laura (Bernadette Heerwagen) und Cecilia (Johanna Wokalek), die beide ganz unterschiedliche Lebenswege einschlagen. Während Laura sich nichts mehr als ein Kind wünscht, so widmet sich Cecilia dem Terrorismus. Auf wirklich spannende und kurzweilige Weise wird eine ganz interessante Endzeitvision gezeigt.

Neben den beiden oben genannten Schauspielerinnen, zeigen auch Daniel Brühl und August Diehl wieder starke Leistungen. Nicht zu vergessen ist natürlich Jürgen Vogel, der auch in einer Kurzrolle in Erscheinung tritt. Eine wirklich sehenswerter Film für das Kino mit tollen, aber teilweise auch erschreckenden Szenen.

Deutscher Kinostart: 4. November 2010
Regie: Lars Kraume
Schauspieler: Bernadette Heerwagen, Daniel Brühl, August Diehl
Länge: 129 Minuten
Für Kinofreunde von: Die fetten Jahre sind vorbei, Die Welle

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Janes Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall

Auch diesmal komme ich erst wieder spät dazu eine Kritik zum Film zu schreiben. Aber ich kann mich glücklicherweise recht kurz fassen. Diese Dokumentation über Jane Goodall ist einfach nur langweilig und überflüssig. Wer etwas über die Forschungsarbeit mit Affen sehen möchte, der sollte lieber bei Gorillas im Nebel bleiben und für die ewigen Weltverbesserer ist der Dokumentarfilm “Eine unbequeme Wahrheit” um Längen besser.

Deutscher Kinostart: 2. September 2010
Regie: Lorenz Knauer
Schauspieler: Jane Goodall mit Sohn und Affen
Länge: 105 Minuten
Buch zum Film: Janes Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall
Für Kinofreunde von: Gorillas im Nebel, Eine unbequeme Wahrheit

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Marcello Marcello

Eine romantische Liebeskomödie, die in der 50er Jahren auf einer italienischen Insel spielt. In dem verträumten Inseldorf gibt es eine alte Tradition, denn wenn ein Mädchen 18 Jahre alt wird, dann darf ein Junge des Dorfes die Auserwählte zum Rendezvous einladen. Allerdings entscheidet der Vater darüber und zwar aufgrund der Tatsache, welcher Junge dem Vater das schönste Präsent überreicht hat. Meist ist die baldige Hochzeit im Anschluss sicher, das war schon immer so. Der Fischersohn Marcello hat eine gute Idee für ein Geschenk, denn er will sich mit Elena der Tochter des Bürgermeisters treffen. Jedoch ist es nicht so einfach an das Geschenk heranzukommen und so muss Marcello viele Wege gehen und Aufgaben lösen, um an sein Ziel zu kommen.

Obwohl der Film ein paar witzige Szenen hat, kann er in der Gesamtheit leider nicht überzeugen. Für hoffnungslose Romantiker ist es allerdings ein Muss. Denn wo Wasser ist, da ist auch Leben und wo Leben ist, da ist auch Liebe…

Deutscher Kinostart: 10. Juni 2010
Regie: Denis Rabaglia
Schauspieler: Franceesco Mistichelli, Elena Cucci
Länge: 97 Minuten
Buch zum Film: Marcello und der Lauf der Liebe
Für Kinofreunde von: Das Leben ist schön, Der Zauber von Malèna

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Keep Surfing

Ein Film über das Surfen aus München? Wer den Eisbach und die Isar nicht kennt, der wird sich sicher wundern, aber die bayrische Hauptstadt gilt als das Mekka der deutschen Flußsurfer.

In diesem Dokumentarfilm wird die Geschichte einiger Surfer gezeigt, für die das Leben auf der Welle fast wie eine Droge ist. Flußsurfen ist zwar nicht vergleichbar mit Surfen auf dem Meer, aber es hat eine ganz eigene Faszination. Dieser Film ist auch für Nicht-Surfer interessant und zeigt schöne Bilder auf der Welle. Als Münchner kann man sich einfach mal persönlich ein Bild davon verschaffen, indem man den Surfern auf der Brücke an der Prinzregentenstraße zuschaut. Für Kinogänger außerhalb von München wird der Film meiner Meinung nach nicht so interessant sein.

Deutscher Kinostart: 20. Mai 2010
Regie: Björn Richie Lob
Schauspieler: Surfer
Länge: 94 Minuten
Für Kinofreunde von: Am Limit, Riding Giants

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David wants to fly

David Sieveking ist in einer Sinn- und Schaffenskrise. Am liebsten möchte er Filme wie sein großes Vorbild David Lynch machen. Durch Zufall entdeckt er, dass David Lynch zu einer Konferenz zur Transzendentalen Meditation (TM) einlädt und kurz entschlossen fliegt er deshalb in die USA. David ist von den Lehren der Transzendentalen Meditation sehr angetan, die auf den berühmten Guru Maharishi Mahesh Yogi zurückgehen. Dabei handelt es sich offensichtlich weder um eine Religion, noch um eine Sekte. In Deutschland zurück kauft er sich für knapp 3000 Euro sein persönliches Mantra und beginnt zu Meditieren. Allerdings bekommt er mehr und mehr Zweifel als er tiefer in die Organisation TM eintaucht. Als er anfängt kritische Frage zu stellen, wendet sich TM auch gegen ihn und erteilt im Drehverbote bzw. will den Film stoppen. Doch das spornt David noch mehr an und er spricht mit Aussteigern von TM und geht zurück zu den Ursprüngen von Maharishi Mahesh Yogi.

Mit dieser Dokumentation ist David Sieveking ein äußerst interessanter und unterhaltsamer Film gelungen. Durch seine umfangreichen Recherchen weltweit ergibt sich für den Zuschauer ein umfassendes Bild über TM und dem enormen Geldfluss dieser Organisation. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, das der Filmemacher zu naiv an das ganze Thema herangeht, doch im Laufe des Films hat sich diese Bild glücklicherweise geändert. Ich kann diesen Film wirklich empfehlen.

Deutscher Kinostart: 6. Mai 2010
Regie: David Sieveking
Mitwirkende: David Sieveking, David Lynch
Länge: 95 Minuten
Für Kinofreunde von: Blue Velvet, Eine unbequeme Wahrheit

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Vincent will Meer

Vincent (Florian David Fitz) leidet unter dem sogenannten Tourette-Syndrom, wo der Körper unkontrolliert verbal und motorisch reagiert. Als seine Mutter stirbt, will sein Vater (Heino Ferch) ihn in einem Therapiezentrum einweisen. Dort lernt er Marie (Karoline Herfurth), die an Magersucht leidet, und Alexander seinen Mitbewohner und Zwangsneurotiker kennen. Dieses ungleiche Trio verschwindet eines Nachts mit einem gestohlenen Auto und dem Ziel ans Meer zu fahren. An deren Fersen heftet sich die Kliniktherapeutin Dr. Rose und der Vater von Vincent. Genau an dieser Stelle beginnt ein herrlich überdrehtes Road-Movie unter anderem auch mit schönen Bildern aus den Bergen.

Trotz des schwierigen Themas mit vielen Krankheiten ist hier eine wunderbare Tragikomödie mit viel Humor entstanden. Zusätzlich schafft der Film auf einer spielerischen Art dem Zuschauer die drei unterschiedlichen Krankheitsbilder näher zu bringen.

Deutscher Kinostart: 22. April 2010
Regie: Ralf Huettner
Schauspieler: Florian David Fitz, Karoline Herfurth, Heino Ferch
Länge: 91 Minuten
Für Kinofreunde von: Knockin’ on Heaven’s Door, Das Beste kommt zum Schluss

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Schwerkraft

Endlich wieder ein Film mit Jürgen Vogel und einer Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben ist. Er spielt den Ex-Knacki Vince, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält und den Traum einer eigenen Musikkneipe hat. Durch Zufall trifft er seinen alten Freund Frederik (Fabian Heinrichs), der erfolgreich in einer Bank arbeitet und noch seiner verflossenen Liebe hinterher trauert. Nach einem schweren Zwischenfall mit einem Kunden ist er allerdings aus seiner Bahn geworfen und die beiden ungleichen Männer machen nun mehr gemeinsam. Ab diesem Punkt wird dem Zuschauer schon klar, dass das alles nicht gut enden kann, theoretisch aber noch viel Platz für ein Happy End ist. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, außer der Tatsache, dass es trotz der eigentlich traurigen Geschichte ein Kinofilm mit sehr viel Humor und Action ist.

Sicherlich einer der besten deutschen Filme der letzten Zeit und ein Muss für Vogel-Fans. Nicht zu vergessen ist der wirklich gute Soundtrack zu Schwerkraft, wo man gerne den Kino-Abspann bis zur letzten Sekunde genießt.

Deutscher Kinostart: 25. März 2010
Regie: Maximilian Erlenwein
Schauspieler: Jürgen Vogel, Fabian Heinrichs, Nora von Waldstädten
Länge: 100 Minuten
Für Kinofreunde von: Ein Freund von mir, Die fetten Jahre sind vorbei

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